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Richard Wagner und die deutsche Sage
Entstehung
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Berging wie ein Hauch der Götter Geschlecht,

Laß ohne Walter die Welt ich zurück.

Meines heiligsten Wissens Hort weis' ich der Welt nun zu;

Nicht Gut, nicht Gold, nicht göttliche Pracht,

Nicht Haus, nicht Hof, nicht herrischer Prunk,

Nicht trüber Verträge trügender Bund,

Noch heuchelnder Sitte hartes Gesetz,

Selig in Lust und Leid läßt die Liebe nur sein!

Eine gewisse Verwandtschaft mit dieser Nibelungenkompo-sition hat ein anderer Stoff, den Wagner ungefähr gleichzeitigbehandelte, es ist die Sage von Tristan und Isolde,Auch in ihr spielt ursprünglich ein Liebestrank eine große Rolle;doch hat der Meister ihn ersetzt durch eine wirkliche sofort beider ersten Begegnung entbrennende heftige gegenseitige Leiden-schaft. Auch hier soll der Held dem Freunde die Braut Zu-fuhren, die das Schicksal ihm selbst bestimmt hatte. Das Haupt-moment liegt hier in der verzehrenden Liebesqual und dem da-durch unausbleiblichen Tode. Ungemein wirkungsvoll ist dasMotiv des Schweigens hier vertieft, jene stumme, höchste Be-redsamkeit, wogegen jeder Aufschrei schwaches Lallen ist. DasSujet, bekanntlich von Gottfried von Straßburg sinnebestrickendbehandelt, hat im Original seine ästhetischen Bedenken.

Die künstlerische Vollendung Wagners war mit den letzt-genannten Werken zur Reife gediehen, wie auch sein Leben einenRuhepunkt fand.

Inzwischen hatte er nämlich für das Blühen und Gedeihenseiner Kunst im hochgebildeten, leider so traurig dahingeschie-denen König Ludwig von Bayern einen mächtigen Gönnerund Beschirmer gefunden. In seinem siebzehnten Lebensjahreharte dieser als Kronprinz zum ersten Male den Lohengrin ge-hört und war darüber in solche Ekstase gerathen, daß er dasfeierliche Gelübde ablegte, sobald er den Thron bestiegen, demSchöpfer dieses Werkes hülfreich die Hand zu reichen.

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