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Richard Wagner und die deutsche Sage
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Befreier aus der Waberlohe hält. Dem Schicksalsspruchgemäß muß sie aber dem als Weib folgen, der sie vomZauberbanne erlöst. Sobald Bruuhilde den Trug entdeckt,weiht sie Siegfried der Rache und zieht den Vasallen Hagenhinzu, der als Sohn des Zwergkönigs Alberich nach demNibelungenhorte und vor allem nach jenem verhängnißvollenRinge lüstern ist.

Auf einer Jagd wird die schändliche That verübt. Arglosund heiter hatte Siegfried sich zuvor in seligen Rückerinnerungenergangen. Dem Getödteten wird ein Scheiterhaufen errichtet,den auch Brunhilde besteigt, um sich im Tode mit dem zuvereinen, der ihr in Liebe und Treue verbunden, doch von ihrim Leben getrennt war. Umsonst versucht Hagen den Ring desNibelungen an Siegfrieds Finger zu entreißen, Brunhilde wirftihn den Rheintöchtern zu, die ihn jauchzend empfangen. DieFlammen des Scheiterhaufens lodern empor, erfassen die Götter-burg Walhalla, und sie und die Götter selbst versinken in Aschemit dem Untergange ihres Lieblingshelden Siegfried. Dies istnach Wagner die Götterdämmerung.

Zieht sich durch die ganze großartige Komposition dasleitende Grnndmotiv vom Fluche, der am unrechtmäßigen Besitzedes Goldes haftet, so kehren andererseits in dieser Schlußkata-strophe wie zusammenfassend noch einmal all die charakteristischenEinzelmotive des Ganzen wieder und es schließt mit einem er-greifenden Orchesterschwung, ernH an die Vergänglichkeit allesIrdischen gemahnend.

Für diesen Verlust alles Irdischen kann uns nach Hansv. Wolzogen nur ein selbstloses Entsagen und die Selbstüber-windung trösten, und was dem Leben allein Reiz verleiht undes lebenswerth erscheinen läßt, das ist die Liebe.

In diesem Sinne ruft Brunhildc beim Besteigen vonSiegfrieds Scheiterhaufen:

Sammlung. N. F. III. 68.

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