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Schlummer, von wabernder Lohe umgeben, und sehnsüchtig seinerharre, des berufenen Erlösers, Und unwiderstehlich folgt erder lockenden Stimme, rastlos treibt's ihn durch Dickicht undDorn, nicht schreckt ihn der lodernde Fenerwall, kühn springter durch die züngelnde Flamme, und wie gebannt steht er vordem schlafenden Weibe! Da befällt ihn ein Zittern und Zagen,— er, der muthige Recke, den kein Uuthier des Waldes jemalserschreckt, dem der schnaubende Drache keine Fu rcht eingejagter wird zum ersten Male von einem unbegreiflichen Bangenbefallen, — vor einer schlafenden Maid! O wunderbar schöne,tief ergreifende Stellet — Doch die Allgewalt der Liebe besiegtdie Schüchternheit, die jedem unverdorbenen echtdentschen Jüng-lingsherzen in der Nähe einer von keuscher Sitte und nnent-weihter Seelenreinheit wie von einem Fenerwall umgebenenJungfrau eigen ist, es zieht ihn hin, wo auf halbgeöffnetenLippen ein Hauch ihrer Seele zu schweben scheint, — diesenHauch will er durstig erhaschen. Da schlägt die schlummerndeErdcubraut die Wimpern auf und schaut dem Erretter beglücktin seine leuchtenden Sonnenaugen. Noch einmal bäumt sich derAdel der Göttlichkeit in ihr auf, den sie opfern muß, des Ge-liebten Weib zu werden, — doch seliglächelnd giebt sie Götter-glück und Unsterblichkeit dahin für die vergängliche Liebe sterb-licher Erdensöhne,
Das Verhängniß erfüllt sich in der Schlußkatastrophe dersogenannten Götterdämmerung, Siegfried kommt an denKvnigshof in Worms, vergißt infolge eines ihm dort gereichtenZanbertrankes Brnnhilden und wirbt um die burgundische Prin-zessin Gudrun, die im Nibelungenliede bekanntlich Krimhildeheißt. Ja, er erbietet sich für seinen zukünftigen SchwagerGünther seine verlassene Braut an seiner Statt zu werben, aberunter der Maske desselben. So wird Brnnhilde getäuscht undgezwungen, Günthers Gattin zu werden, den sic für ihren zweiten
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