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Richard Wagner und die deutsche Sage
Entstehung
Seite
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doch die widerspenstige Tochter strafen. Ans hohem Berges-kamin, am Fnße einer Tanne versenkt er die Walküre intödtlichen Schlummer mit der Verheißung, daß nur ein Held,der das Fürchten nicht kenne, imstande sei, sie zu erlösen.Ergreifend endlich ist Wodans Abschied von der innig-geliebten Tochter, magisch und geheimnißvoll malen die zickzack-springenden, irrlichtelirenden Töne des Orchesters die wa-bernde, knisternde Lohe, die um die Entschlafene einenFeuerwall schließt.

So schlummert sie denn gleich der Erdenbraut im Winter,bis sie der Sonnenbräutigam mir seinem Flammenknß erweckt.

Inzwischen giebt Sigelinde mit Verlust ihres Lebens demHelden das Dasein, der dazu erkoren ist, die Walküre zu er-lösen. Wild im Walde wächst das Urbild eines kräftigengermanischen Knaben voll strotzenden Jugendübermuths undnaiver Sitteneinfalt auf, Siegfried, der leuchtende Wäl-sungeusproß, in der Hut eines mißgestalteten Zwerges Mime,der sich für seinen Vater ausgiebt. Mit Recht bezweifelt diesder Sohn der Wildniß, da nur Gleiches vom Gleichen stamme,und mit einem Herzen voll natürlicher warmer Empfindungfragte er nach seiner Mutter. Mit seiner unbändigen Kraftund seinem vor nichts zurückschreckenden Muthe macht er demfeigen Schmiedemeister bange und will sich darob todtlachen.Alle Schwerter, die Mime ihm geschmiedet, zerschmettert er,bis ihm dieser die Stücke von Siegmunds Schwert, welcheSiegelinde verwahrt hatte, anshändigt. Davon bereitet sich derHeld eine Waffe, welche die Probe besteht. Nun gedenkt sichMime seiner zu bedienen, um den goldhütenden Drachen Fafnerzu erschlagen, dem Alberich, Minies Bruder, gerne den Schatzentrissen sehen möchte, vor allem den verhängnißvollen Ringdes Nibelungen. Siegfried ist gerne bereit, das Ungeheuerzu erlegen; das Abenteuer reizt ihn, und Furcht kennt er ja