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Richard Wagner und die deutsche Sage
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an Hunding vermählt ist. Ohne sie zn erkennen, wird ervon allgewaltigem Zauber zu ihr hingerissen, und auch sie stehtwie sestgebannt vor seiner Mitleid und Bewunderung erregendenHeldengestalt. Sie verhilft ihm zn dem siegreichen Wunder-schwert, das einst Wodan in den Eichstamm, der als Stützedas Dach der Hütte trügt, mit der Verheißung hineingestoßen,daß es nur dem gehören soll, der imstande sei, es herauszuziehen.Und dies vermag nur Siegmund, der Wälsungenheld.

Ist es nun wohl auch bedenklich, daß unser Meister, einemAusläufer der Sage folgend, Siegmund sich mit der SchwesterSigelinde, die noch dazu eines Anderen Weib ist, vereinenläßt, so verdanken wir doch dieser Erfindung eine derwirkungsvollsten und hinreißendsten Scenen. Magisch gießt derVollmond sein silbernes Licht in die Hütte, süße Vogelstimmentönen aus der Frühlingswaldesnacht zum offenen Fenster herein,und mit den einschmeichelnden Klängen der leidenschaftlichstenLiebeslieder glauben wir den ganzen berauschenden Duft deswiedergeborenen Lenzes selig einzuathmen.

Doch der Frevel fordert den Groll der Ehewächterin Friggheraus, und ihrer Rache muß der Göttervater seinen Lieblingpreisgeben. Schon naht Hunding, die Schmach zu rächen, undWodan beauftragt seine geliebte Tochter Brun Hilde, eineWalküre, Siegmund unterliegen lassen. Ein orchestrales Pracht-stück ist der Ritt der Walküren.

Aber Brunhilde, von Mitleid mit Siegmund und seinerSchwestergattin Sigelinde gerührt, beschließt Wider WillenWodans, ihren und ja auch seinem Liebling den Sieg zuzu-wenden. Doch zürnend erscheint der Göttervater in den Wolken,zerspellt mit seinem Speer das Wälsungenschwert in Stücke,und Siegmund fällt. Und nun wendet sich Wodans Grollauch gegen Brunhilde, die Ungehorsame. Einen furchtbarenKampf mit seinem Mitleid und seiner Liebe ringend, muß er

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