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Richard Wagner und die deutsche Sage
Entstehung
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die Töne in immer lebendigerem Werdedrange, zu stets orga-nischerer Gestaltung sich vervielfältigend, immer neubelebt undin immer helleren Klangfarben aufwärts strebend, oder inwohliger Daseinsfreude in sich zurückkehrend. Unter den feierlichbrausenden Accorden eines majestätischen Marsches ziehen dieGötter auf der farbigen Regeubogenbrücke in ihre strahlendeBurg Walhalla; aus der Tiefe erschallt der Klagegesang derihres Goldes beraubten Nixen.

Nicht verschweigen wollen auch wir unsere ästhetischen Be-denken bezüglich der von Wagner in dieser Komposition über-triebenen Alliteration, die nicht so ganz mit Unrecht die Spott-sucht hervorrief. Der Text, auf den ja der Meister den bisherüblichen gehaltlosen und seichten Machwerken gegenüber ein sogroßes Gewicht legte, macht in seiner Form einen seltsamenEindruck. Es wird einem oft ganz merkwürdig zu Mnthe, wennman Verse liest, wie:

Ihr schmählich schlaues, lliderlich schlechtes Gelichter!

Nährt ihr nur Trug, ihr treuloses Nickergezücht!

Glücklicherweise hat sich der Tondichter in seinem letztenWerkeParsifal" wieder von dieser Bizarrerie entfernt.

Fühlten sich Manche vielleicht von der etwas fremdartigenund fernliegenden Exposition imRheingold" enttäuscht, sosteigerte sich sicherlich ihr Interesse beim Anhören derWalküre"von Scene zu Scene und ging schließlich in Entzücken undlauten Beifall über. Unser Geist wird eingeführt in die Vor-geschichte Siegfrieds, des Nibelungenhelden, in die Abenteuerund Schicksale seiner Ahnen, des von Wodan beschirmtenWälsungengeschlechts, in denen wir Züge höchster urgermanischerKraft und urwäldlicher Wildheit finden. Aufs tiefste erschüttertuns das Leid und Weh des heimathlosen Flüchtlings Sieg-mnnd, wie er in Sturm und Regen nmherirrend endlich diegastliche Hütte seiner Zwillingsschwester Sigelin de findet, die

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