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Richard Wagner und die deutsche Sage
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eine Loslösung, als ein Stück seines ureigensten Innern anfzn-fassen ist, so erzeugte der große Ringkampf des Meisters diekünstlerisch gestaltete Geschichte jenes vollendetsten urgermanischenHelden- und Jünglingideals,- des Drachenkümpfers Siegfried.Und wie sich sein Geist vorwärts und rückwärts mit dem Lieb-lingsbilde der deutschen Heldensage beschäftigte, so entstand einegroßartige Komposition mehrerer innerlich zusammenhängenderMeisterwerke, die inan unter dem Gesammtnamen der Nibelungen-tetralogie begreift. Wie aus nächtig dämmernder Tiefe stieg inihm das mächtige, weitansgespannte Grundmotiv jener wunder-baren Instrumentalbegleitung empor, das sein VorspielNHein-gold" durchzieht und uns jene mysteriöse Vorgeschichte des Gold-horts vor die Seele führt, desfen Besitz Unheil und Todesver-hängniß nach sich zog.

Es nimmt sich zum Hintergrund den erschütternden nor-dischen Mythus von der Götterdämmerung, jenes durch eigeneSchuld herbeigeführten Untergangs der Götter und Welten.Mit Hülfe der Riesen haben sich die nordischen Äsen einestrahlende Burg erbauen lassen, wollen aber den versprochenenLohn, die Himmelsgöttin Freyja selbst, nicht ausliefern. Derlistige Gott Loki (Loge), mit dem sich der Göttervater Wodanzu seinem Verderben verbunden, schafft Rath und entreißt demZwergen Alberich das Nheingold, das dieser selbst zuvor denRheintöchtern geraubt. Mit diesem Golde wird die Gestalt derverpfändeten Göttin Freyja einem altgermanischen Sühnegesetzzufolge bedeckt und ausgelöst. Doch nicht ganz wird sie ver-hüllt, und Wodan ist genvthigt, noch einen Ring aus dem Gold-hort zu opfern, an dessen Besitz der Zwerg einen verhängniß-vollen Fluch geknüpft. Und dieser Fluch geht sofort in Er-füllung. Der eine Riese Fafner erschlägt seinen Bruder undhütet fortan in Drachengestalt den Hort.

Als vollzöge sich der Akt einer Weltschöpfnng, so schwellen

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