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Richard Wagner und die deutsche Sage
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Grals, dessen Anschauen Kraft und Leben, ja die höchste Selig-keit verleiht.

Daß Wagner den Zenith seines Knnstlerschaffcns erreichthatte und von seiner hohen Sendung als Reformator der Opern-musik durchdrungen war, beweisen auch die mannigfachen,epochemachenden Schriften, in denen er seine bahnbrechendenIdeen niederlegte. Die wichtigste ist ohne Zweifel sein für dasmusikalische Drama grundlegendes Werk:Oper und Drama",worin er die Musik nur als den letzten und vollendetsten Aus-druck dichterischer Gedanken hinstellt und besonders gegen Meyer-beer eifert, der den Dichter zwinge, seinen Effekthaschereienzu dienen. Die Musik verhalte sich zur Poesie, wie das Weibzum Manne, der dichterische Gedanke erzeugt die lebendigeMelodie.

Die neuen Ideen riefen einen wahren Sturm hervor, wiedies bei jeder geistigen Revolution von je der Fall war. Un-verstand und Mißverständlich, Neid und gekränkter Ehrgeiz, an-geborene Streitsucht oder wohlfeiler Spott, vor allemder herrschende Modegeschmack bäumten sich verkörpert wie eingewaltiges Ungethüm gegen den kühnen Genius. Doch gleichSiegfried, dem leuchtenden Heldenideale, das jetzt sein Inneresbeseelte, stieß er mannhaft sein selbstgeschmiedetes Schwert demUngeheuer in die Brust.

Aber auch die Anerkennung fehlte ihm nicht. So urtheiltLiszt in einem Buche über WagnersTannhäuser" undLohengrin" folgendermaßen:Es erstand ein überragendesGenie, ein sprühender Flammengeist, berufen, eine doppelte Kronevon Feuer und von Golde zu tragen, der träumte kühn, wie Dichterträumen und ein Ziel sich steckte, so hoch, wie es nur in Zu-kunft von einem urtheilsfähigeren Publikum gewürdigt werdenkann."

Und wie eine jede Schöpfung eines gewaltigen Genius als

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