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Opernstoff, den ihm wiederum die germanische Sagenwelt cingab.Es war der Mythus von dem kunstreichen Schmied Wieland,dem nordischen Daedalns, in dem sich der Künstler offenbarselbst schilderte. Schwanhilde, die Jugendgeliebte Wielands, istdie Verkörperung seines eigenen Künstlerideals; doch wie dernordische Schmied durch den Tyrannen Neiding gezwungen, somußte auch Wagner im Frohndienste eines banausischen Publikumsarbeiten. Und wie'Wieland eine unwürdige Leidenschaft zurKönigstochter Mathilden fesselt, so wird der Meister durch diefalsche Jndustriekunst geblendet, bis er endlich, von dem Tyrannengelähmt, zum Bewußtsein seiner schimpflichen Knechtschaft gelangtund sich die Flügel der Befreiung schmiedet, mit Hülfe derener der Welt der Neidinger entrinnt, — blntigroth bestrahltvon den Flammen der Revolution.
Im Februar 1850 eilte Wagner mit diesem Entwurf nachParis, aber eine Nervenkrankheit hinderte ihn an der Ausführungseines Planes. Nach seiner Genesung begab er sich wieder indie Schweiz zurück.
Inzwischen bereitete sich im Musensitz Weimar, das denalten Ruhm eines Hortes klassischer Geister jetzt aufs neue be°währen sollte, die erste Aufführung des „Lohengrin" vor. Siefand statt an Goethes Geburtstage, den 28. August 1850.Viele Künstästhetiker, wie Ludwig No hl, erblickten in diesemMeisterwerk den Gipfelpunkt von Wagners Schaffen. Und inder Thal schon die Wahl des Stoffes bekundet den gottbegnadetenGenius. In welches Zanberland der Poesie und in ein wieleuchtendes Wunderreich der Romantik trägt uns mit demSchwanennachen und dem gralgesandten Ritter der verzückteBlick, und mit welch' himmlischsüßen Klängen berauscht derKomponist unser Ohr! Ein seliger Schauer und ein wonnigesBeben durchrieselt unser Innerstes, und wir fühlen uns dieserWelt voll Alltagsprosa entrückt in ein von wunderbarem Farbem
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