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Wenn er dann in wehmüthigen Gedanken vor sich hinsann,dann besuchte ihn seine hohe Gönnerin und Freundin, die ihnseit seinen Künstlerleiden in Paris nicht verlassen, — seinetröstende Göttin, seine begeisternde Muse, 7— die deutscheSage.
„Verzage nicht, Du edler Jünger der Kunst!" — so redetesie ihn an, — kommen wird einst die Zeit, da die Deutschenstolz Dich ihren Sohn nennen, unsterblich wird Dein Ruhmerklingen und die Welt erfüllen, und nach Aeonen werden DeineSchöpfungen noch die staunende Nachwelt ergötzenl Verzagenicht! Noch reich an Schätzen ist das Wunderland, das ichDir erschlossen, noch ruhen viele Kleinode ungekannt und uu-gewürdigt in meinem Zauberschloß. Schau her und erquicke Dich!"
Und siehe! In leuchtender Strahlenglorie tauchte dasschönste und herrlichste deutsche Heldenideal in unvergänglicherJugendschönheit auf niit dem Götterblick und der bezauberndste»Liebenswürdigkeit.
„Siegfried!" rief der Meister entzückt und begeistert ausund versank in selbstverlorenes Sinnen und Dichten. Und vorseinem Geiste zogen die Bilder des Drachenkampfes, der schlum-mernden Brnnhilde und der minniglichen Krimhilde auf. Zuletztder göttliche Held, gebückt über den Brunnen, durchbohrt vonHägens heimtückischem Speere.
„Siegfrieds Tod!" rief der Künstler, wie von einergöttlichen Offenbarung erleuchtet. Und wieder ward es Nachtum ihn her. Einsam saß er vor einem Berge und träumtesehnsüchtig mit dem deutschen Volke von des Vaterlandes Wieder-geburt und Erstehung des Kaiserreichs. Da that sich der Bergvor ihm auf, und er gewahrte einen ehrwürdigen Greis schlum-mernd sitzen vor einem marmelsteinernen Tisch, durch den seinlanger Bart gewachsen. Plötzlich erwachte derselbe mit demRufe- „Soll ich denn ewig schlafen in meiner Gruft?"
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