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Richard Wagner und die deutsche Sage
Entstehung
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Vertreter des Idealismus, Wolfram, mitfühlend entgegentritt,so findet auch Stolzing in Hans Sachs, dem Vater, abernicht dem Knechte der erfundenen Regeln des Meistergesangs,einen väterlichen Freund. Wie wohlthuend und sympathischberührt uns dieser treue Typus echten deutschen Volksgeistesund wie anmuthig erscheint uns in Evchen das Bild desschlichten, natürlichen, gemüthsinnigen deutschen Bürgersmädchens INitzsche rühmt besonders diegoldhelle, durchgegohrene Mi-schung von Einfalt, Tiefblick der Liebe, betrachtendem Sinn undSchalkhaftigkeit."

Ein neuer erhabener Stoff füllte die Seele des Meistersaus, die Lohengrin-Sag e. Und wie jedes große Werkeines gewaltigen Genius eine Art Selbstbekenntniß enthält, sichdamit ein Stück feines ureigensten Wesens von seiner Seelelosringt, so dürfen wir Wohl auch in der gottgesandten,aber nicht verstandenen Lichtgestalt des Gralsritters, der vondannen zog, weil das Weib, dem er sich vertrante, sich ihm nichtin blindem Glauben rückhaltlos ergab, eine Wiederspiegelung seinesdamals vielverkannten und mißverstandenen Geistes erblicken.Oft beschlich ihn das Gefühl trostloser Vereinsamung. Doch dasist das Loos aller großen Geister, die von den Alltagsmenschenunverstanden in dem Gewühle der Welt umherwandeln wie ineiner unendlichen Wüste, die Worte des Dichters empfindend.:

Wo bist du, mein gelobtes Land,

Gesucht, geahnt und nie gekannt?

Das Land, das Land, so hoffnungsgrün,

Das Land, wo meine Rosen blühn?

Wo meine Träume wandelnd gehn,

Wo meine Todtcn anferstehn.

Das Land, das meine Sprache spricht?

Die Sonne dünkt mich matt und kalt,

Die Blüthe welk, das Leben alt,

Und was sie reden, leerer Schall,

Ich bin ein Fremdling überall.

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