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Richard Wagner und die deutsche Sage
Entstehung
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r 1 lichcr Leidenschaft durchströmt das Werk, wie eine fiebernde Er-, regtheit den Meister beherrschte und vorwärts trieb, sich durchi die Abschließnng desselben künstlerisch zu befreien. Ja, oftbefiel ihn aufregende Panik, ein jäher Tod könne ihn daran

- hindern. Und so entstand jener gluthvolle, im Banne der Göttin, Venns schmachtende Held, sinnlich sich verzehrend und leiden-schaftlich ringend, sich der unwürdigen Fesseln zu entreißen. Es

- war jener Riesenkampf zwischen nach Genußsucht dämonisch ver-langender und nach christlichidealer Läuterung strebender Seele,

» zwischen dem heidnischen Götzendienste der Venns und dem

i mittelalterlich-romantischen, schwärmerischen Marienkult. Wie

r Mephistopheles in der OperFaust" vor dem hingehaltenen Kreuze

e znrnckweicht, so versinkt die Teufelin Venus mit all ihrem sirenen-

, haften Höllenspuk beim Anrufen der h. Maria in die Tiefe

e zurück. Und damit dem auch auf weltliche Liebe Anspruch

, machenden Herzen seine volle Befriedigung werde, tritt dem vom

> Banne sündiger Sinnenlust befreiten Helden als Verkörperung

e reiner und idealer Weiblichkeit die engelgleiche Gestalt Elisa-

beths entgegen, die den kühnen Sänger schon lange zuvor in

c halbbewußter Liebe verehrte. Mit bewundernswerther Findig-

- keit, wie sie nur dem wahren Genie eigen ist, entlieh Wagner

i diese Figur der Prophezeiung des Zauberers Klingsor, die

k dieser auf der Wartburg aus den Sternen las, nämlich daß

- seinem Könige Andreas von Ungarn eine Tochter geboren werde,die bestimmt sei, dereinst Gattin des Sohnss des Landgrafenzu werden. Diese Tochter war die durch die Legende nachmals

, verewigte heilige Elisabeth, die unser Meister als Nichte des

Landgrafen auftreten läßt. Und mit welchem Zauber hat der

> Tondichter dieses Wesen umkleidet! Mit welchem Jubel begrüßtne die strahlende Halle, darinnen der kühne Säuger aufs neue

, eingekehrt, der, ach, so oft ihr Herz entzückt! Wie unnachahm-lich reizend ist das Erwachen der Liebe und das schamhaftholde

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