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r 1 lichcr Leidenschaft durchströmt das Werk, wie eine fiebernde Er-, regtheit den Meister beherrschte und vorwärts trieb, sich durchi die Abschließnng desselben künstlerisch zu befreien. Ja, oftbefiel ihn aufregende Panik, ein jäher Tod könne ihn daran
- hindern. Und so entstand jener gluthvolle, im Banne der Göttin, Venns schmachtende Held, sinnlich sich verzehrend und leiden-schaftlich ringend, sich der unwürdigen Fesseln zu entreißen. Es
- war jener Riesenkampf zwischen nach Genußsucht dämonisch ver-langender und nach christlichidealer Läuterung strebender Seele,
» — zwischen dem heidnischen Götzendienste der Venns und dem
i mittelalterlich-romantischen, schwärmerischen Marienkult. Wie
r Mephistopheles in der Oper „Faust" vor dem hingehaltenen Kreuze
e znrnckweicht, so versinkt die Teufelin Venus mit all ihrem sirenen-
, haften Höllenspuk beim Anrufen der h. Maria in die Tiefe
e zurück. Und damit dem auch auf weltliche Liebe Anspruch
, machenden Herzen seine volle Befriedigung werde, tritt dem vom
> Banne sündiger Sinnenlust befreiten Helden als Verkörperung
e reiner und idealer Weiblichkeit die engelgleiche Gestalt Elisa-
beths entgegen, die den kühnen Sänger schon lange zuvor in
c halbbewußter Liebe verehrte. Mit bewundernswerther Findig-
- keit, wie sie nur dem wahren Genie eigen ist, entlieh Wagner
i diese Figur der Prophezeiung des Zauberers Klingsor, die
k dieser auf der Wartburg aus den Sternen las, nämlich daß
- seinem Könige Andreas von Ungarn eine Tochter geboren werde,die bestimmt sei, dereinst Gattin des Sohnss des Landgrafenzu werden. Diese Tochter war die durch die Legende nachmals
, verewigte heilige Elisabeth, die unser Meister als Nichte des
Landgrafen auftreten läßt. Und mit welchem Zauber hat der
> Tondichter dieses Wesen umkleidet! Mit welchem Jubel begrüßtne die strahlende Halle, darinnen der kühne Säuger aufs neue
, eingekehrt, der, ach, so oft ihr Herz entzückt! Wie unnachahm-lich reizend ist das Erwachen der Liebe und das schamhaftholde
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