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sechs Stunden, ohne die Geduld zu verlieren. Und als derKomponist am folgenden Morgen die Oper kürzen wollte,widersetzten sich die Sänger, vor allem Tisch atschek, mit demAusruf: „Nicht einen Takt! Es war zu himmlisch!"
Und nun sein „Fliegender Holländer" mit der Verständnisinnigen Interpretation einer Schröder-Tevrient als Senta!
Wagner ward königl. sächsischer Hofkapellmeister zu Dresden.
Nicht blieben ihm in dieser Stellung Verkennung und An-griffe erspart; doch brach sich sein Genie allmählich Bahn.Sein „Fliegender Holländer" fand auch in Kassel unter Spohrswohlwollender Aegide Anklang, und in Riga ward er geradezuenthusiastisch ausgenommen. „Es ward" — wie es in einerRezension heißt — „dem größeren Publikum durch halbbewnßteIntuition inne, daß ihm hier etwas anderes geboten werde,als italienische Milch." . . . „Und so sei uns denn der „FliegendeHolländer" — heißt es da weiter — „ein Hoffnungssignal,daß wir bald ganz von der wüsten Irrfahrt in den fremde»Meeren ausländischer Musik erlöst seien und die selige deutscheHcimath finden werden." —
Ein Schritt weiter in dem idealen Streben, eine, wie erselbst sagte, „deutsche Originaloper" zu schaffen, war seine Be-arbeitung des „Tannhänser". Besonders anregend in diesemSchaffen war für unfern Künstler die von ihm selbst betriebeneUeberfübrnng der Asche des allverehrten Meisters Weber ausEngland auf deutsche' Erde und die ihm würdig veranstalteteTodtenfeicr, bei der Richard Wagner die innigen Worte sprach:
„Der Brite erkennt dich an, der Franzose bewundert Dich,aber lieben kann Dich nur der Deutsche. Du bist sein, —ein warmer Tropfen seines Blutes, ein Stück von seinemHerzen!" —
Was unseren Künstler zunächst vollauf beschäftigte, war dieVollendung seines Tannhänser. Ein glühender Lavastrom sinn-ioso>