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Richard Wagner und die deutsche Sage
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thürm enden Wellen, der Fliegende Holländer, er warws wirklich! und unauslöschlich blieb dem Künstler das leibhaftiggeschaute Bild inmitten dieser gewaltigen Scenerie.

Trotz der Empfehlung Meyerbeers, den er in Boulognetraf, wollte es Wagner in Paris nicht glücken. Titanenhaftringend mit dem herrschenden Modegeschmack und der äußerstenNot, trat er einst nach Anhörung von Beethovens IX. Sym-phonie auf die düsteren Gassen der Weltstadt, Fröstelnd durch-schauerte ihn die Pariser Herbstluft, aber innerlich wogte undklang es von unbeugsamem Heldentrotz und elegischer Klage umverlorenes Glück. Da trat ihm ein urdeutscher Titane vor dieSeele, Faust, und dumpf murmelte er die Worte:

Der Gott, der mir im Busen wohnt.

Kann tief mein Innerstes erregen;

Der über allen meinen Kräften thront,

Er kann nach außen nichts bewegen:

Und so ist mir das Dasein eine Last,

Der Tod erwünscht, das Leben mir verhaßt.

Und so gebar der schöpferische Genius seine Ouvertüre zuGoethes Faust. Hier erscheint uns zwar der lebenssatte, aberstets von neuem ringende Prometheus, schmerzlich um sichblickend und nur graue Oede, trostlose Leere gewahrend, abermit inbrünstigem Verlangen ankämpfeud, bis er sich, blutendzwar, doch siegreich mit der Glorie eines gewappneten Erzengelsüber das zu seinen Füßen windende giftige Gewürm erhebt.Aus dieser Zeit stammt Wohl auch das Motiv zu seinerIX. Symphonie, das die musikalische Uebersetzung der Faust'schenWorte enthält:

Entbehren sollst du, sollst entbehren!

Auch Wagner gehörte zu jener Klasse armer, deutscherKünstler,die in Paris ihre Muttersprache von neuem schätzen

lernen und darüber vergessen, Französisch zu lernen, deren( 686 )