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Richard Wagner und die deutsche Sage
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Beim Erwachen fühlte sich der junge Künstler an diefieberheiße Stirne, war dies wirklich ein Traum, eineVision?Auf zu ihr, der erhabenen Jungfrau, auf zu ihr, derdeutschen Sage!" so rief es frohlockend und mahnend inihm, doch der Weg war weit und schwierig, noch sollteer nicht so rasch zum ersehnten Ziele gelangen.

. Zunächst beschäftigte ihn wieder das Bild des letzten Volks-tribunen Rienzi. Bis spät in die Nacht hinein wurde danngeübt, daß entsetzt ob des Höllenspektakels die Bartrnssen aufder Straße stehen blieben. Da flogen die Saiten des Flügelswie Spreu vor dem Winde, und zuletzt hörte man nur nochein dreschflegelähnliches Holzgerassel.

Doch mittlerweile lief Wagners Kontrakt in Riga ab; derDirektor selbst, v. Holtet, trat zurück, und in unseres Kompo-nisten Innern erscholl unwiderstehlich der Ruf: Nach Paris!

In Pillau begab sich Wagner mit seiner Frau an Bordeines Segelschiffes, das ihn nach London bringen sollte. Un-vergeßlich blieb ihm diese Seefahrt, denn sie war reich an Un-fällen. Dreimal litt das Schiff, vom heftigsten Orkan aufwilden Wogen umhergepeitscht, und einmal sah sich der Kapitängenöthigt, in einen norwegischen Hafen einzulaufen. ZackigeBlitze zerrissen den gewitterschweren Mantel des Himmels,eine hehre Frauengestalt erschien ihm und wies wie zürnendzurück zur Heimath.Bleib' im deutschen Vaterlande, kommin meine Arme!" so schien das göttliche Weib ihm zuzn-rufen,in der Fremde harren Deiner Unverstand und Ent-täuschungen, am heimischen Heerde findest Du, wonach DeinHerz sich sehnt!" Schon bog das tanzende Schiff durch dienorwegischen Scheeren, mit schrillem Gekreische umflatterten esschneeweiße Möwen, da, wie eine ernste Mahnung undWarnung zugleich, saust unheimlich und gespensterhaft einschwarzes Fahrzeug ohne Geräusch über die haushoch sich

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