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Stolz und vornehm zog er sich in sein einsames Heim außerhalb der Stadtwälle zurück. Ein unbegreifliches Sehnen nacheiner erlösenden Offenbarung, ein reckenhafter Drang zu neuengroßen Thaten wühlten in seiner Brust. In dieser Stimmungbesuchte er einst halbzerstreut und wie geistesabwesend eineGesellschaft. Heine und eine Erzählung aus seinem Mundeverliehen dieser Bedeutung. Wie ein Blitzstrahl grell die Nachterhellt, so erschien vor seiner unruhigen, zweifelsüchtigen Seeledas packende Bild des „Fliegenden Holländers". Und,wie Senta festgebannt und bezaubert, sah er immer vor sichdas düstere Bild des heimathlosen, ruhelos irrenden Seefahrers,den nur die treue Liebe eines Weibes erlösen kann. Es wurdenoch viel gesprochen, gescherzt, gelacht, — Wagner sah undhörte nichts als das Tosen des Orkans, das Branden des tief-erregten Meeres, das unheimliche Gespensterschiff mit dem un-glücklichen Manne, — in fieberhafter Unruhe ging er nachHanse, warf sich auf sein Lager und träumte.
Da war es ihm plötzlich, als zerriß der dunkle Wolken-vorhang, — und vor ihm lag ein göttliches Weib, von Hoheitund Liebreiz umflossen, wie in tiefem Schlummer, um sieflackerte die Lohe und wucherte das Dickicht. Und es war ihm,als hörte er eine Stimme aus den halbgeöffneten Lippen:
„Kommst Du endlich zu mir, mich zu erlösen ans demhundertjährigen Schlaf, Du Held, der das Fürchten nicht kenntund den die Gottheit zu ihrem Liebling erkoren hat? Lehrenwill ich Dich Runen der Weisheit und des Sieges, enthüllenwill ich Dir das Zauberreich der deutschen Sage, das Wunder-land der Poesie, Einflüßen wird Dir der Anblick eine Füllevon Melodien, eine Kraft der Töne, wie sie vor Dir Keinersang und anschlug, verleihen wird es Dir eine Herrschaft undeine Macht über Geister und Herzen, wie sie noch nie einSterblicher besessen. Komm, mein Erlöser, komme bald!" —
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