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Entwickelung war die Persönlichkeit des großen KomponistenWeber und vor allem sein „Freischütz". Weber wirkte damalsals Kapellmeister in Dresden, wo unser junger Richard dieKreuzschule besuchte, und erkannte die Neubegründung der deut-schen Oper als sein Hauptziel. Doch der große echt deutscheMeister hatte mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Mehr, wieirgendwo, war dort die italienische Oper das verwöhnte Schoß-kind eines zopfigen Hofes. Adel und Aristokratie zogen sich vor-nehm und ablehnend von einer deutschen Oper zurück. Ja mansah das neue Unternehmen auch als einen Ruin des Schau-spiels an. In diese Zeit fällt die Vollendung des „Freischütz",der endlich 1822 auch in Dresden in Scene ging. Die Wir-kung war eine ganz gewaltige. Wagner schildert es folgender-maßen:
„In der Bewegung dieser reinen und tiefen Elegie ver-einigten sich Webers Landsleute von Nord und Süd, von demAnhänger der Kritik der reinen Vernunft Kants bis zu denLesern des Wiener Modejournals. Es lallte der BerlinerPhilosoph: „Wir winden dir den Jungfernkranz", der Polizei-minister wiederholte begeistert: „Durch die Wälder, durch dieAuen", während der Hoflakai mit heiserer Stimme: „Wasgleichet wohl auf Erden" sang. . . . Der österreichische Gre-nadier marschirte nach dem Jägerchor, Fürst Metternich tanztenach dem Ländler der böhmischen Bauern, und die JenaerStudenten sangen ihren Professoren den Spottchor: „Hehehehe!"vor. . . von einem Ende Deutschlands bis zum anderen wurdeder „Freischütz" gehört, gesungen und getanzt". . . .
Und unfern Richard selbst, wie elektrisirte ihn das echt-deutsche, waldesduftige Werk und wie fascinirte ihn die Persön-lichkeit des großen Komponisten! Mit Spannung lauerte derKnabe auf den Zeitpunkt, wenn der Meister aus den Proben
am Wagnerschen Hause vorbeikam, mit heiliger Scheu betrachtete<oso)