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Richard Wagner und die deutsche Sage
Entstehung
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Geboren am 22. Mai, im Wonnemond der Schöpfung,von dem ein Dichter singt:

Dieser Monat ist ein Kuß, den der Himmel gab der Erde,

Daß sie, jetzo eine Braut, künftig eine Mutter werde,

im Jahre des Heils 181.3, der Wiedergeburt unseres deutschenVaterlandes, da unser Volk sich mannhaft erhob, das lästigeJoch fremder Zwingherrschaft abznschütteln, umbransten undumdröhnten die Wiege unseres Helden zu Leipzig die Krieges-wetter und das Siegesgeschmetter der verbündeten Brüder, undin den ersten Tagen seiner Kindheit, in den blutigen Oktober-tagen intonirten die Kanonendonner das lauttosende Finale desBefreinngsdramas in der Gebnrtsstadt unseres Meisters der Töne.Unwillkürlich müssen wir hier an die Gewalt seiner Instrumen-tation denken, zu der das kindliche Ohr die ersten Eindrückeempfing. Jedenfalls sog der Knabe die Begeisterung und Liebefür sein deutsches Vaterland mit der Muttermilch ein. Zn seinerweiteren Entwickelung trug auch ein Hauch der Kunst bei, dieseine ganze Familie und Umgebung belebte. Richard sollte an-fänglich Maler werden, zeigte aber keinen großen Hang dafürEbenso sprach ihm sein Lehrer jedes Talent für Musik ab, weil,ihm die Einübung des Technischen ein Greuel war und erWebers Ouvertüre zumFreischütz" ohne Noten einstudiren wollte.Aber zum Dichter hielt er sich selbst berufen; schon im elftenJahre entwarf er Trauerspiele nach dem Muster der Griechen,deren Meisterwerke er freilich erst aus dritter Hand kennen lernte,und im vierzehnten Jahre schuf er sich ans ShakespearesLear"undHamlet" ein Stück zusammen, von dem er später selbstscherzend sagte:Zweiundvierzig Personen starben darin im Ver-lauf, so daß ich genöthigt war, im letzten Akte die meistenwieder als Geister zu zitiren, weil mir sonst die Personen ge-fehlt hätten."

Von entscheidendem Einfluß aber auf seine künstlerische

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