O
und der Zauber war gelöst. Mit einemmale war die lebloseNatur erwacht . . .
... Da zog ein SäuselnDurch alle Bäume; da beugten sich die Büsche,
Da nickten die Blume», und nieder von den BlätternThauten znr Tiefe die harten Kristalle.
Da rauschten die Vögel auf raschem FittichMit fröhlichem Laut durch lauere Lüfte,
Da suchte summend nach süßen Säften,
Nach langem Darben um die duftigen DoldenDer Fliedergebüsche die fleißige Biene;
Da hüpfte das Heimchen von seinem Halme,
Da quoll die Quelle, die Frösche quakten,
Da ereilte das Aemschen, wie rasch es auch ausriß,
Der lauernde Lanbmolch und schmatzte lüstern,
Da zwischert auf dem Zweige der zierliche ZeisigErwachend vom Traum seinen Triller weiter.
Und alle Wesen erwachten zur Wonne —,
Zu Gefahr und Verfolgung, Furcht und Feindschaft;
Denn es wehrhaft erlisten, ist die Würze des Lebens.
Doch den Helden zog es, wie der Dichter weiter singt, —mit unheimlichem Zauber durch moosige Gänge zu einer vondornigen Rosen wildverwachsenen Laube, wo auf steinernemRuhebette die schönste Jungfrau in leuchtender Waffenrüstnngschlief, die Lippen halb geöffnet, wie sehnsuchtsvoll des belebendenKusses harrend, womit sie der furchtlose Held aufs neue insDasein erwecken sollte, wie der Lenz mit seinem Sonnenkuß diewinterlich erstarrte Erdenbraut. Und wie sich die Frucht ver-heißungsvoll herausschält aus den hohlen Hülsen, so erhebt sichaus den umschließenden Hüllen des von dem Jüngling mit demSchwerte gelösten Panzers die thaufrischc, niegealterte Maid undsinkt entzückt ihrem Retter ans Herz. Und jetzt regt es sichallenthalben im Hofe und im Innern des Schlosses. Die Thiereund Menschen schütteln den Schlaf ab, der Braten brutzelt weiter,und den Küchenjungen ereilt die Strafe.
( 077 !