Druckschrift 
Johann Jakob Dillenius : (1687 - 1747) ; sein Leben und Wirken ; Gedenkblätter zur 200fachen Wiederkehr des Jahrestages seiner Geburt
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen
 

22

sah sich deshalb zunächst um eine neue Heimath um. Bei seinenFreunden zog er deshalb Erkundigungen ein, und so können wiruns auch wohl den Inhalt eines Briefes an einen in Jorkshirelebenden Freund, hinter welchen wir zweifelsohne vr. Richardsohl,in Nord-Bierley vermnthen dürfen, erklären. Es heißt daselbst,

Melden Sie mir doch, mein Herr, wie sich's in IhrerGegend lebt. Wenn ich hier fertig bin und mein Plan aufOxford mißlingen sollte, was leicht möglich ist, so könnte ichmich leicht entschließen, zu Ihnen zu kommen, um bei Ihneneinige Zeit, wenn nicht für immer zu bleiben."

Der schmerzliche Gedanke an den nahen, für ihn so herbenVerlust seines edlen Freundes trieb den Schwergeprüften vondessen Sterbebette fort in die Einsamkeit nach Barking Alley.Am 12. August 1728 war das Unvermeidliche geschehen,William Sherard hatte seine Augen für alle Zeiten ge-schlossen. In ihm war der uneigennützigste und hülfsbereitesteGönner aller zu seiner Zeit lebenden Botaniker zu Grabegegangen. Hatte er zwar außer wenigen kleinen Abhandlungenkeine Werke von größerer Bedeutung zur Veröffentlichung ge-bracht, so gehörte ihm doch das nicht zu unterschätzende Ver-dienst, seiner Lieblingswissenschaft in England zu erneuterBlüthe verholfen zu haben. Jbren weiteren Bestand ans alleZeiten zu sichern, hatte er in seinem letzten Willen eine Summevon dreitausend Pfund Sterling ausgesetzt, uni mit diesenMitteln ihre alte Pflanz- und Pflegestätte an der UniversitätOxford wiederaufrichten zu lassen. Schon bei seinen Lebzeitenhatte er am Eingänge des botanischen Gartens ein Gebäudeanfführen lassen und vermachte der nunmehr darin zu errichten-den wissenschaftlichen Anstalt sein Herbarium, welches ungefähr12000 Arten umfaßte, seine gesammte botanische Bibliothekund seinen Pinax, welcher leider ein Torso nur geblieben war.

Mit Rücksicht auf den edlen Schenkgeber hatte natürlich diec2n)