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Auf der Sierra Neváda de Mérida
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mehren sich die Beschwerden und Ungemächlichkeitcn; mit jedemSchritte aufwärts nimmt die allgemeine Herabstimmung zu; obauch Frost und Eis ringsum, so wirkt die Tropensonne dennochmit großer Kraft; ihre Strahlen brennen und blenden zugleich,und der starke Rückprall von der Schneedecke, sowie die gestei-gerte Trockenheit der Luft üben einen starken, schmerzhaftenReiz auf die Haut aus; das um den Kopf geschlungene Tuchfällt schattend auch über das Gesicht, um es möglichst, als ammeisten ausgesetzt, gegen die Rückstrahlung zu schützen. Allebeschleunigten Athemzüge wollen die Athemnoth nicht mindern,mehr und mehr zieht die Erschöpfung zu Boden, und nach einigenneuen Schritten macht sich das Bedürfniß nach Ruhe schonwieder geltend; der Kopf schmerzt unter dem Blutandrang, zu-nehmendes Herzklopfen führt Beängstigung herbei, das Denk-vermögen wird erschwert, die Willenskraft geschwächt. DerKlang der Stimme, der Schall überhaupt scheint gänzlich zuersterben, das Wort bleibt unverständlich, auch wenn man sichbemüht, es mit lauter Stimme herauszustoßen, das Sprechenselbst strengt bis zur Erschöpfung an, so schwach nur trägtdie dünne Luft den Schall noch fort und erschwert sie den Ge-brauch der Stimme; immer mehr nimmt der Widerwille gegenalle thätigen Verrichtungen zu, nur das eine Verlangen herrschtvor: den Durst zu löschen, anszuruhen, zu schlafen; aber wehedem Halbbetänbten, der diesem Verlangen nachgiebt! WirreTräume nehmen alsbald sein Bewußtsein gefangen, er schließtdie Augen, um sie nimmer wieder anfznthun; lautlos webendie fallenden Flocken sein Todtenhemd. Ein zusammeugetragenesHäuflein Steine bezeichnet die Stelle, wo der Püramoschlafeinen müden, bethörten Wanderer in seine würgenden Armeschloß.

Auf schneefreien Berghöhen machen sich alle diese Be-schwerden die Höhenkrankheit weit weniger, bei Manchen

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