25
als sein längst verstummter Mund, von der Seelenaugst, derenFolter er erduldet. Die beiden halbgebrochenen Gestalten lassenZweifel und Beunruhigung über den glücklichen Fortgang derSierrabestcigung aufkommen; um eine schlimme Wendung undvoreilige Fahnenflucht zu verhüten, werden sie in die Mittegenommen und widerwillig weiter getrieben, ob auch VaterLukas voll Reue über seine Verwegenheit und Ruchlosigkeitfortseufzt und Telösphoro bei den Gebeinen seines Mütterchensschwort, daß es mit seinem kostbaren Leben schnurstracks zuEnde gehe.
Treu, geduldig und ergeben harrt der Indianer unter denDrangsalen und Entbehrungen einer beschwerdevollen Wanderungaus; aber die Dehnbarkeit seiner leiblichen und geistigen Faserist scharf begrenzt; sobald diese Grenze der Dehnbarkeit nurum das Geringste überschritten ist, bricht seine Ausdauer undWillenskraft zusammen. So zähe und unverwüstlich er handelndund leidend unter den schwierigsten und niedrigsten Verrichtungeninnerhalb seines Beharrung- und Bewegungvermögens ausdauert,so ist doch seine handelnde und leidende Spannkraft auch ohnealle an sie gestellte Anforderungen wie mit einem Schlage ver-nichtet, sobald ihm der gewohnte Lebensboden auch nur umeines Haares Breite entschlüpft, gerade wie das Lastthier derWüste sich nicht durch Schläge und Mißhandlungen bewegenläßt, sich von den Knieen zu erheben, sobald die aufgelegte Lastdas gewohnte Gewicht und das Maß seiner Kraft nur um einWeniges übersteigt. Der Indianer besitzt das, was man Nervennennt; geringfügig wechselnde äußere Einflüsse wirken sofortverstimmend auf ihn, und mehr noch auf die geistige, als aufdie leibliche Energie; jedes gestörte Gleichgewicht der täglichenGewohnheiten und Eindrücke hebt ihn, wie ans seiner physischenKraftsphäre, so auch aus dem seelischen Gleichgewichte; jedesunbehagliche Gefühl nährt seine abergläubischen Vorstellungen.
MS,