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Auf der Sierra Neváda de Mérida
Entstehung
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Wolken zertheilt, die auf dm Bergen lagern, wird zum Auf-bruch nach dem Schneegipfel gerüstet, der bergeshoch sich aufsGebirge thürmt; buchstäblich so, denn unter denSchneegipfeln"jener Breiten sind nicht nur Decken oder Lagen dauerndenSchnees zu verstehen, sondern wirkliche Berge von festem, denhöchsten Erhebungsspitzen anfgelagertem Schnee. Vater Lukassetzt zwar in die Möglichkeit des Gelingens den größten Zweifelund hält überhaupt das Unternehmen für ein verwegenes, dieHeiligen versuchendes Beginnen; endlich aber siegt die Neugierdeüber Furcht und Widerwille, er erbietet sich sogar aus freienStücken zum Führer, soweit er glaubt, seiner Ortskenntniß ver-trauen zu können, nicht aber, ohne zuvor feine Seele seinembesonderen Haus- und Schutzheiligen anempfohlen zu haben.Zur Vermeidung jeder ermüdenden Belastung wird nur dasuothwendigste Gepäck, gleichmäßig vertheilt, mitgeführt; dannnimmt der Zug, durch unseren Wirth verstärkt, zunächst einenkleinen Wasserlauf, der aus den unteren, abschmelzenden Schuee-lagen entspringt, als Wegespur ans.

An dem heutigen Ausgangspunkte, der Sennhütte desVater Lukas, befinden wir uns in einer Höhe von etwa 3650Meter über dem Meeresspiegel und 2000 Meter über derStadt Mörida; tausend und einige hundert Meter etwa hoffenwir zuversichtlich noch weiter aufzüsteigen und somit den Fußauf der Sierra weißen Scheitel zu setzen.

Anfangs zieht sich die Wasserrinne in weiten Bogen-windnngen allmählich bergan; bald aber reißt der rieselndeGletscherquell immer steilere Furchen ans, so daß wir uns ge-zwungen sehen, einen weniger steilen Aufstieg zu nehmen.Dennoch wird unser Weg schroffer und ungangbarer, lockeresGeröll löst sich unter den Füßen und gefährdet allmählich dieNachsteigenden. Trotz der kalten Luft, in welcher wir athmen,stellt sich dann weiterhin ein peinigender Durst ein, und so

(SM