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Auf der Sierra Neváda de Mérida
Entstehung
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an Fels und Gehängen hinab rollt unter Blitz und Donnerdie schwarze Wolkennacht, während über der Wetterschlacht derblaue Himmelsdom im tief gesättigten Azur sich wölbt; wennder Titanenkampf unten sich ausgetobt und die schwarze Nachtsich aufgelöst hat in stürzende Wasserfluth, schwingt sich überdie blinkenden Kuppen und Matten von Berg zu Berg undThal zu Thal der farbige Friedensbogcn in wunderbarer Prachtund leuchtender Kraft und haucht auch um den gefrorenenSchneekrhstall einen zarten, duftigen Farbenreif; und endlich,wenn die Nacht ihre dunklen Flügel über alles Wechselspiel derTagerscheinungen breitet, geht schweigend die erhabene Prachtdes Sternenhimmels auf, und aus der Berge tiefen Gründenschwimmt die große, glühende Pnrpurscheibe des Mondes her-auf; aber es tobt auch wieder die wilde Wetterjagd des Päramoüber die einsame Inselwelt der Bergesfirsten dahin und packtden kleinen, winzigen Menschenbau da oben mit grimmer Faust,daß er in allen Ingen knirscht und bebt. So hineingestclltals das einzige bewußt denkende und fühlende Wesen in diesevon allem wahrnehmbaren Pulsschlage der Erde losgelöste, ein-same Lebewelt, fühlt sich der Mensch mit seinem natürlichenHerzen und seinen nach innen gekehrten Sinnen dem Herzender Gottheit wahrlich näher, als da unten in dem Schwall undSchall der lärmenden Menschenwelt!

Leicht hinwandernd über die sanft geneigte Busch- undStaudensavanne, läßt unser wackerer Führer Antonio, ein kraft-voller, aufgeweckter, dunkelbrauner Bursche, von Zeit zu Zeitseine gellenden Jauchzer und Jodler hören; aber lauge nochwährt es, ehe die Anrufe fernher eine schwache Antwort finden.Endlich wird der Hato der Viehhof sichtbar, ein RudelHunde springt den Ankömmlingen mit wüthendem Gebelle ent-gegen, und das Wanderziel des Tages, die Sennhütte, isterreicht.

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