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Meilenweit umher zerstreuen sich der breitgestirnten RinderHerden; nur die Mütterliche treibt der Vaquero — der Rinder-hirte — zum Melken und zur Aufzucht der Kälber in ge-schlossene Hürden ein und formt die mit Lab versetzte, geronneneMilch zu kleinen Käsen, welche er auf Korbgeflechten in demHerdranche trocknet; auf seinen weiten Streifzügen durch dierauhe Hochalp erlegt er manches Raubzeug, das listig und ver-wegen seine Herde umschleicht, richtet auch in den Schluchten-wüldern das Feuerrohr auf einen vorwitzigen Affen, den niedrignistenden Pfau und Fasan, welche Beute er an der Holzrutheüber dem Kohlenfeuer zu einem saftigen, schmackhaften Bratenröstet. Nur die kleine wollene Carpeta (ein länglichviereckigcrUeberwurf mit einem Schlitz in der Mitte, durch welchen derKopf hindurch gesteckt wird) oder ein gegerbtes Fell überdie nackten Schultern geworfen, die kurzen weiten Beinkleidergleich Schwimmhosen aufgestreift, um den Hals die Pulvertascheaus Tiger- oder Affenfell an einer dünnen Schnur gehängtund darüber die große Steinschloßflinte geschultert, die lang-gestielte Lanze als Stab in der Hand oder über den Nackengekreuzt und um den Kopf ein grobes Hutgeflecht oder ein roth-gemustertes Tuch geschlungen, — so durchstreift er in Wolke»und Nebeln seine einsame Welt da oben, ein Fleisch- und Blut-gebild aus Walter Scotts malerischen Gestalten der schottischenHochlandnebel.
Eine tiefe, reiche Stimmungswelt liegt in dieser einsamenHochlandnaturI Licht, Farbe, Beleuchtung, Wolken und Nebelfließen in beständigem Wechsel durcheinander; bald vom grellenSonnenschein umglänzt, bald auf- und wieder zugedeckt von dengrauen Wolken- und Nebelschleiern, schimmern die würzigenBlüthen und Früchte des klein- und hartblättrigen Alpen-gesträuches und der schillernd umsponnenen Staudengewüchse i»lebhaft leuchtenden Farben durch den einförmigen ernsten Farben-
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