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Auf der Sierra Neváda de Mérida
Entstehung
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u8U60iäk8, die zur Erde gebückten und gekrümmten Stämmeund Aeste des allmählich verkümmernden Hochwaldes mit seinenlangen, silbergrauen Bartfäden und giebt den gebückten und ge-krümmten Baumgestalten ein greisenhaftes Aussehen, um welchedann noch der nasse, graue Nebel seine Trauerflore schlingt.

Auf der letzten gegen den Hochwald vorgeschobenen Pflan-zung wird mit freundlicher Erlaubniß des Eigenthümers dasSattelpferd bis zur Rückkehr von der hohen Alp eingestellt,während der kleine graue Lastträger mit kummervollen Mienenund hängenden Ohren seinen Genossen hinter sich läßt und nochweiter hinaufklimmen muß bis zur letzten Sennhütte, wo dasNachtlager und ein mehrtägiger Aufenthalt in Aussicht genommenist. Wie auf der Schweizer und Tyroler Alp, steigt auch hierder Senner aus dem warmen Unterland zu den grasreichenSavannen des Oberlandes und selbst bis zu den Einöden desPnramo hinan, wo er über weite Strecken rauhen Berglandesseine Herden weidet; nur ist der Senner jener Tropenlandenicht gezwungen, mit seinem Geläute auf- und abzuziehen undseine halbwilden Rinder nach kurzer Sommerfrische wieder indie Winterställe einzutreiben. Ob auch da oben die Pnramo-stürme sein winziges Strohdach herbstlich rauh und kalt zer-zausen mögen, so verdrängt doch diesen ewigen Herbst keinWinter, der das Savannengras unter Eis und Schnee vergräbt;das ganze Jahr hindurch haust der Hirte da oben auf der ein-samen Sturm- und Nebelhöhe, kümmerlich gebettet, genährt undgekleidet; durch die Fugen und Löcher der dünnen, mit Lehmbeworfenen Hüttenwände bläst der eisige Pnramowind unbehindertin seine Herdflamme, und kaum wachsen ihm an den geschütztenund sonnigen Südhängen seiner Berge einige dürftige Feld-früchte, die er zu seinem Käse verspeist und als Brod in dieMilch oder Mazamorra (Suppe aus Gerstenmehl) brockt.

Dennoch fühlt sich der bedürfnißlose, abgehärtete Hirte

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