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Auf der Sierra Neváda de Mérida
Entstehung
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zwischen der Stadt und der Sierra wälzt der wilde Rio Chäma spr. Tschüma seine schäumenden Stromwellen durch einebreite, tief aufgerissene Schlucht und stürzt sich weiter ungestümvon Fels zu Fels, bis er, von den herabprallenden Gießbächcnder Sierra mehr und mehr gespeist, ruhig durch das ebene, ^

breite Bette fließt, das die schwülen Waldniederungen desMaracaiboseebeckens durchfurcht. Unmittelbar aus seinem Felsen-bette steigt jenseit der Stadt jener mächtige Gebirgsstockauf, der auf schroffem Granitscheitel fünf nebeneinander-gereihte wandellose Gletscherkronen trägt, die kein Strahlder Sonne mehr zerschmilzt und deren kalter, silberweißer Glanzüber alle Gipfel der Berge weit hineinleuchtet in das heiße,am fernen Horizont verschwimmende flache Land.

Von der inselartig aus dem Thalkeffel aufragenden Hoch-ebene schweift der Blick nach allen Seiten über nah und fernfortstreichende Bergketten, soweit das Auge die Streichungslinienund Umriffe zu verfolgen vermag; nur der wilde Chüma wühltsich einen tiefen Durchbruch durch das vulkanische Gestein undträgt feinen brandenden Gischt durch die nahen warmen Thäler ^von Ejldo spr. Echtdo, wo bereits wieder der dunkellaubige ^Kakaobaum und das lichtgrüne Blatt der Banane im Angesichtedes ewigen Schnees ein eigenartig, mächtig ergreifenderGegensatz sich im heißen Strahl der Tropensonne baden;und weiter springt der wilde Strom in brausender Jugendlichdurch das malerische Alpenland von Bailadores, durch die an-muthigen Gelände von La Grita und die fruchtbaren, bevölkertenLandsitze von Mucutles. Den ganzen Stromlauf durch dasHochland begleitet eine Kette von Püramos (die hohen Gebirgs-einöden, wo der Pflanzenwuchs aufhört und beständig kalteWinde herrschen), denen sich zu Füßen üppige Thalufer anlehnenmit einem reichen Wechsel von Einblicken und Auslugen in baldfreundliche, bald ernst erhabene Alpenlandschaften, wo überall

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