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Auf der Sierra Neváda de Mérida
Entstehung
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stillen, schmucklosen, grasbewachsenen Straßen, die zum Theilnoch die Lücken zeigen, welche jenes furchtbare Erdbeben in ihreGebäude gerissen, das im Jahre 1812 die ganze Andeskette er-schütterte, viele Ortschaften in Trümmer legte, namentlich aberdie Hauptstadt Caracas fast ganz verschüttete und mehr denn12000 Menschen unter den Trümmern, meistens unter denKirchengewölben begrub; jene Bezeichnung gilt vielmehr derherrlichen Lage der Stadt gegenüber dem erhabenen Gebirgs-dome, der sich mit seinen weißleuchtenden, ewigen Schneezinnenhoch über Wolken und Winde erhebt. Zu dem großartigenRundbilde umher gesellen sich das frische, gesunde Klima, derheitere Himmel, leichte Lüfte, klare Wässer, ein ebenso üppiger,wie anmuthiger Pflanzenwuchs, grüne Felder, Weiden undWälder, der Erde lohnende, fruchtbare Kraft, ein biederes,fleißiges und fröhliches Volk und schöne Frauen mit Wangenweiß und roth, dunklen, leuchtenden Augen, blutvollen, warmenLippen, kräftigen, schlanken Gliedern, vollen Büsten und leichtem,elastischem Gange; selbst ein nordisches Blond und Blau spielthier und da durch die südliche Gluth und streift mit leichtemHauche Haar und Augen.

Strategischen, gesundheitlichen und kultnrfördernden Zweckengleich entsprechend, konnte Juan Rodrigo Suarez keine glücklichereWahl zur Anlage seiner Stadt treffen, deren Gründung er imJahre 1558 unter dem NamenSantiago de los Caballerosde Merida" auf der Gebirgskette unternahm, welche der Küsten-kette von Venezuela landeinwärts, als Vormauer der ausgedehntenLlanos, parallel läuft. Ringsum von drei Flüssen eingeschlossen,steht die Stadt, die gegenwärtig kurzhin den NamenMerida"führt, auf einem abgestumpften Bergkegel, 5249 rh. Fuß oder1649 Meter nach Codazzi über dem Meeresspiegel; keil-förmig in die Länge gestreckt, fällt die Hochebene allseitig ziemlich

steil ab in die fließenden Wässer, welche ihr Gestein umbranden;

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