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Anstoß, da den Greuel des Mißbrauchs, der damit getriebenwurde, auch die katholische Kirche selbst eingestanden hat.
Daß an Stelle der wirklich gegebenen Beispiele manchesrischere stehen könnten, wenn eine große Zahl sprachergiebigerWerke, die vorläufig hatten ungelesen bleiben müssen, schon aus-gezogen gewesen wären, ja daß diese wohl auf allen Blätternübersehene Wörter darreichen könnten, war den Verfassern voll-ständig bewußt gewesen.
Wilhelms Ausruf auf der Frankfurter Germanisten-versammlung: „Könnte das Wörterbuch dahin wirken, daß diesinnliche Rede wieder in ihr Recht gesetzt werde I" giebt wohl vonallen den wichtigsten erstrebten Vorzug unsers Wörterbuchs an,den es leider! mit keinem andern theilt. Gelingt ihm sein Vor-haben, zu jedem Wort und — ebenso wichtig! — zu jederWendung, die es mittheilt, den sinnlichen Vorgang wieder anf-zudecken, der ihnen zu Grunde liegt, so hat es unserm Geistes-leben einen Dienst geleistet, der in unfern Tagen noch langenicht annähernd geschätzt werden kann. So wie von ihm selbstdie Gesundung unsers Denkens mit abhängt, so kann er nurvon Gesunden oder doch Genesenden gewürdigt werden; erstwenn der alte Schul-Adam mit seinen blassen, marklosen Be-griffen durch tägliches Untertanchen im Strom des frischenLebens ist ersäufet worden, kann der neue Mensch anferstehen,für den immer Sehen, Denken und Empfinden in ein Thunzusammenfallen. Beruht doch, wie Rudolf Hildebrand sagt,die eigentliche Gewalt und Wirkung großer Dichter und Schrift-steller zum Theil eben ans der Kunst, worauf sie ihr eigner-frischer und schöpferischer Sinn selbständig führt, gewiß schonmeistentheils in der Jugend, daß sie auch die gewöhnlichenWorte wieder mit ihrem vollen Inhalt erfüllen, sie gleichsambeim Wort nehmen ...
Und den Sprachvorrath des Einzelnen, führt Hildebrand weiter
Neue Folge. III. SS. 3 PSI)