aus bilden eigentlich weniger nvch die einzelnen Worte, als vielmehrRedensarten, Wendungen oder wie maus nennen will. Verbin-dungen von Worten, die zusammen aufzutreten gewohnt sind,als Mittel, unsere Beziehungen und Verhältnisse zu den Dingenund Menschen auszudrücken. Der Redende oder Schreibendegreift in diesen Vorrath, ähnlich wie einst der epische Sängerin seinen Vorrath epischer Formeln, meistentheils mit solcher,ich möchte sagen blinder Sicherheit, wie schon das kleine Kindviele'Griffe mit der Hand durch die Kraft der Gewöhnung auchim Dunkeln sicher thut. Was ist nun das, was er da greift?Es sind genauer besehen Bilder aus dem Leben, die da infesten Wendungen niedergelcgt sind, gleichsam kleine Ausschnitteaus der wirklichen Welt, man kann sagen photographische Bilder,die einmal von einem klaren Auge, oft vor Jahrhunderten schonund länger, von irgend einem Vorgänge in und außer uns,wie sie immer wiederkehren, in dieser Fassung ausgenommenworden sind. Es ist natürlich allemal ein kluger Kopf, besondersein Dichter ohne Feder, der den Vorgang so erfaßt und gefaßtund das gesammte Sprachbewußtsein gleichsam damit beschenkthat. Die Fassung anznnehmen oder zu verwerfen stand freilichvöllig in der Freiheit derer, die es zuerst hörten; aber wennsie angenommen worden ist bei dieser völligen Freiheit, wie siekein anderes Lebensgebiet kennt, so ist das eben darum schonallein eine Gewähr für ihre Güte, denn nur das faßte auch beiden andern Wurzel, was sie mit einer gewissen Wahrheit traf.So besteht denn das Sprachbewußtsein des Einzelnen wesentlichaus diesem Bildervorrathe, und er ist es, der recht eigentlichfür uns dichtet und denkt nach Schillers treffenden Worten; erbesteht aus lauter solchen Erfindungen, besser Minden, und Ge-schenken begabter Geister, deren Name freilich kaum eine Wochedarauf noch zu ermitteln ist, wenn einmal heutzutage der Vor-gang sich wiederholt. Dieser Vorrath überlieferter Redensarten
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