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-v^ener Kraft, die stets gegen ihren Willen das Gnte schaffenmuß, haben wir die Entstehung eines unserer Nationalheilig-thümer, des deutschen Wörterbuchs der Brüder Grimm, zudanken. Bekanntlich wurden im Jahre 1837 zu Göttingen jenesieben Professoren — unter ihnen Jakob und Wilhelm Grimm— ihres Amtes entsetzt, die ihren Verfassungseid nicht brechenmochten. Denn wozu sind Eide, fragt Jakob Grimm, wennsie nicht gehalten werden sollen? Da geschah dem edlen Brüder-paar von der Weidmannschen Buchhandlung der Antrag, ihreunfreiwillige Muße auszufüllen und ein neues, großes Wörter-buch der deutschen Sprache abznfassen. Im Frühjahr 1838wurde zu Kassel der Vertrag zwischen den Brüdern Grimm undKarl Reimer (Weidmannsche Buchhandlung) abgeschlossen.Die Brüder verhehlten sich nicht das Schwierige des Unter-nehmens. Bestand doch noch nicht einmal der Versuch zu einemWörterbuch in dem Umfange, wie er ihrer Seele vorschwebte.Mußten sie doch warmgehegte Arbeiten beinahe aus dem Neststoßen, um Zeit und Kraft frei zu haben. Andererseits ver-mochten sie doch nicht, gerade dieser Lockung zu widerstehen,denn, was haben wir sonst Gemeinsames als unsere Spracheund Literatur? muß Jakob Grimm noch 1854 ausrufen.Die Theilnahme des größeren Publikums glaubten sie sich auchversprechen zu dürfen, da seit den Befreiungskriegen in allenedlen Schichten der Nation anhaltende und unvergehende Sehnsucht
Neue Folge. III. 55. t? (22U