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Geschichte des Grimmschen Wörterbuchs
Entstehung
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bezweifelte Spuren einer untergegangenen Ursprache bewahren;ich rede nur von der sicheren Wahrnehmung, daß sie eine AnzahlWörter von einander geborgt und ausgenommen haben. Dasmußte geschehen und war ein Gewinn. Daheim nicht aus-gebildete oder gar nicht vorhandene Begriffe holt man vonandern und nimmt das Wort dafür mit: könnten wir z. B.auskommen, wenn wirIdee" wieder wegweisen sollten? Schondas Althochdeutsche hat sich dieses Rechtes bedient, nur mitrichtigem Gefühl die fremde Form der einheimischen angenähert.Hat doch die romanische Sprache in Gallien anfänglich mehraus der deutschen geborgt, als die deutsche aus ihr. Manchevon den Römern empfangene Wörter, wie etwaFrucht, Tisch,Kampf" sind zu uns so völlig übergegangen, daß wohl mancherüberrascht wird, wenn er von fremdem Ursprung hört. Redenwir vondichten", so empfinden wir schon den Hauch desGeistes, jenes geheimnißreiche Schaffen der Seele; es ist nichtsals das lateinische äietaro, das zu dieser Würde sich erhobenhat. Aber auch Wörter, deren fremde Abkunft offen liegt,müssen geduldet werden; die Wissenschaften, Künste und Gewerbebedürfen technischer Ausdrücke, die einen scharfbegrenzten, vorausverabredeten Begriff unverändert festhalten sollen. Versucht maneine Uebersetzung, so klingt sie hölzern und lächerlich. Kannjemand beiBefehl" an den grammatischen Imperativ denken,beiEinzahl" an den Singularis, beiMittelwort" an dasPartizipium, beiGeschlechtswort" an Artikel? Ob wohl einPedant schon pedantisch genug gewesen ist, für das fremdeWort, das ihn allein genau bezeichnet, ein einheimisches zu er-finden? Einem Humorist wird es nicht in den Sinn kommen,sich zu übersetzen; wie wäre es möglich, die in allen Farbenglänzenden Strahlen seines Geistes frei spielen zu lassen ohnedas Recht, auch nach dem fremden Ausdruck zu greifen: dasAnmuthigste und Heiterste müßte ungesagt bleiben. Auch im

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