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Geschichte des Grimmschen Wörterbuchs
Entstehung
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drücken gezeigt: nicht zum Vortheil, denn das abstrakte Wortschließt sich nicht fest an den Gedanken, es läßt eine Leeredazwischen und läuft Gefahr, inhaltlos zu werden. Man nimmtden Mund voll und sagt wenig, manchmal gar nichts, dieKnochen erweichen, das Antlitz wird bleich und bleifarbigeKönnte das Wörterbuch dahin wirken, daß die sinnliche Rede,der bildliche Ausdruck sich ineine nicht die von allen Händenabgegriffenen Gleichnisse), selbst auf die Gefahr, derb oder eckigzu erscheinen, wieder in ihr Recht gesetzt werde!damit derBezug übersinnlicher Anschauungen auf die Wirklichkeit sichtbarerWesenheiten vergegenwärtigt werde," würden jene hinzusetzen,die sich darin gefallen, den Kern der Sprache zu verflüchtigen,die nur Grau in Grau malen wollen.

Ich will noch eine Saite anschlagen. Wir geben uns derHoffnung hin, daß das Wörterbuch den Sinn für Reinheit derSprache wieder erwecke, der in unserer Zeit völlig abgestorbenscheint. Keine andere Sprache befindet sich, von dieser Seitebetrachtet, in einem so erbarmungswürdigen Zustand. Dasbleibt wahr, wenn man auch zugiebt, daß abgeleitete, wie dieromanischen, und gemischte, wie die englische, der Gefahr wenigerausgesetzt sind, ihren Ursprung und ihre Würde zu vergessen.Ich muß andeuten, wie ich das verstehe. Kein Volk, wenigstenskein europäisches, scheidet sich streng von dem andern und setztgeistigen Berührungen Grenzpfähle entgegen, wie man denMaaren und Erzeugnissen des Bodens thut. Sobald aberVölker sich äußerlich nähern, so erfahren auch ihre Spracheneine nothwendige Wechselwirkung. Wer kennt nicht den Zu-sammenhang jener beiden Stämme, bei denen unsere Bildungwurzelt, denen wir Unsägliches verdanken, mehr als wir unsin jedem Augenblick bewußt sind? Ich meine natürlich dieGriechen und Römer. Ich will nicht berühren, daß die Völker,die man die kaukasischen nennt, Gemeinsames genug, ja un-

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