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Die mystische, didaktische und lyrische Poesie und das spätere Schriftthum der Perser
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Lieder und ergreifende Klagen über sein trauriges Geschick ge-dichtet. Im eigentlichen Persien ist während der letzten dreiJahrhunderte die Poesie ebenfalls mehr und mehr in die Breitegegangen und hat in gleichem Maße an Tiefe und Originalitätverloren. Unter den zahllosen Dichternamen, die uns die ein-heimischen Literarhistoriker überliefern, sind, außer den schongelegentlich namhaft gemachten Epigonen, von wirklicher Be-deutung vielleicht nur Zuls-li, der Verfasser eines sehr beliebtenEpos Mahmud und AjLz (1616, A. H. 1024); ^L'ib (ge-storben 1677, A. H. 1088), der als Schöpfer eines neuen Stilsin der Lyrik gepriesen wird; Hatif aus Jsfahnn (gestorbenum 1785, A. H. 1200), und Naschät, der im Jahr 1813Minister der auswärtigen Angelegenheiten in Teheran unterFath "All Schah war. Die beiden Letztgenannten haben eineReihe zarter und geschmackvoller Ghazelen verfaßt, die an diebesten älteren Muster erinneren; und daß es auch in dem Persienunserer Tage an solchen gewandten An- und Nachempfindern,besonders ans dem Gebiete der Spruchdichtung nicht fehlt, dafürliefert die interessante Studie von Brugsch:Die Muse inTeheran" hinreichende Belege.

In denkwürdigem Gegensätze zu diesem Niedergange wahr-haft schöpferischer Kraft auf epischem, lyrischem und didaktischemGebiete steht der, wenn auch langsame, so doch unverkennbareAufschwung einer neuen Dichtungsgattung, der dramatischen,die sich gerade seit dem Anfang dieses Jahrhunderts im mo-dernen Iran Bahn gebrochen. Wie das griechische Drama unddie Mysterien des Mittelalters, so hat auch die Ta"zieh oderdas persische Passionsspiel denn diesen Charakter tragenvorwiegend, wenn auch nicht ausschließlich, die bisher verfaßtenStücke im Reiche des Schahs ihren Ursprung in einer reinreligiösen Handlung, die seit Jahrhunderten während der erstenzehn Tage des Monats Muharram festlich begangen worden

Neue Folge. III. 53. 4 (101)