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Die mystische, didaktische und lyrische Poesie und das spätere Schriftthum der Perser
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der letzten: Ansicht zu; unbefangene europäische Leser da-gegen werden in vielen Fällen, und mit vollem Recht, der wört-lichen Auffassung den Vorzug geben, wie z. B. in den beidenfolgenden Liedern der großen Panegyriker Chagnni undMadrid bin Sclld bin Salm an (siehe oben):

Neue Farben jeden Morgen mischest dn mit jeder Hand,

Immerdar mit jedem Auge nährst du neuen Trübsalsbrand.

Wo du sitzest hundert Tafeln schmückst du aus an jedem Ort;

Wo dn anfstchst hundert Städte wirfst du um in jedem Land.Trittst du aus des Schleiers Hülle, öffnest du dein Lockenhaar,

Schlägst dn unversehens Wunden und entschlüpfest dann gewandt.

Ganz beliebig weckst du Pein mir und verbirgst dich meinem Blick.Willst dn einmal Zwietracht säen, halte auch der Zwietracht Stand!Deine Wimpern, sie vergießen Wasserströmcn gleich mein Blut,

Leiden streust du auf das Haupt mir, wie aus Sieben Staub und Sand.Siehst mein Blut du niederrinnen, sprichst diudeines ist es nicht;"Frage nur die Schelmenblickc, wem du dieses Blut entwandt.

Hast Chügünis Herz geraubt du und verstrickt in deinem Haar,

Hängst du seine Seele, fürcht' ich, auch an deiner Locken Band.

Erblickt' ich schöne Liebchen je, so seufzte ich im Herzen ach!

An dein Gesicht, wie Mondlicht hell, ward die Erinnerung mir wach.Drang auf dem Wege durch das Aug' so oft dein Bild doch in mein Herz,Daß breiten Pfad es sich gebahnt vom Slug' zum Herzen allgemach,lind in mein Herz verstohlen schlüpft allnächtlich deines Auges Bild,Als ob es für sich selber dort erwählt sein stetes Schlafgemach.Weshalb, ach! hassest dn so sehr mein armes Herz? strebt es doch kühnSeit Jahren, daß in einem Mond wie du es Liebe sich entfach'.

Fort triebst du schon von deiner Thür Mas'üd, der ohne Schuld, und dochStellst du noch jetzt durch deinen Wahn, daß schuldig er, ihm feindlich nach!

Zur höchsten Vollendung in Form und Inhalt gedieh dasGhazel unter der kundigen Hand des größten persischen Lyrikers,Schams-uddin Muhammad Hafiz ans Schiraz, der seinlanges, von äußeren Wechselfällen kaum berührtes Leben fastausschließlich in den blühenden Rosengärten seiner so oft vonihm besungenen Vaterstadt verbrachte und dort 1389 (A. H.791) im Vollgenusse eines unverwelklichen Dichterlorbeers starb.

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