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Der auf der Sphäre einst erbaut sein Nest,
Ihm bleibt ein Wohnsitz tief im Staub als Rest;
Den einst ein Hemd von edlem Stoff bedeckt,
Er hat sich nun iu's Leichentuch gestreckt;
Den einst geschmückt der Krone gvldner Schimmer,
Er liegt im Grab nun, staubumhüllt auf immer!
In diese Welt setzt Niemand einen Schritt,
Deß Fuß nicht einst des Nichtseins Land betritt;
Und wem einst Ruhort war der Wiege Pfühl,
Sucht endlich doch im Sarge sein Asyl.
Nicht ewig dauert dieses Erdentrciben,
Wie könntest du in ihm denn ewig bleiben?
Zu jenem ew'gen Reiche wende dichUnd laß dies Altvergängliche im Stich!
Nie komm' dein Fuß in diesem Netz zu Falle,
Häng' nicht dein Herz an nichts — ein Nichts sind Allel —
In all diesen an literarischer Thätigkeit der mannigfachstenArt so überaus reichen Jahrhunderten hatte sich auch die Lyrikim eigentlichen Sinne des Wortes, die weltliche Lyrik, stetigfortcntwickelt und zu tausendfachen Blnthen erschlossen. Fastalle bedeutenderen Dichter Persiens seit den Zeiten Rndagishaben neben ihren sonstigen epischen, panegyrischen und didaktischenWerken, ja selbst (mit Ausnahme von Dschalnl-nddin Rnmrund Farid-uddin "Attar) neben Liedern von rein mystischerRichtung Ghazelen der echten, unverfälschten Art gedichtet, d. h.Oden, die den Wonnen und Schmerzen der irdischen Liebe, derWeinestrunkenheit, dem alles belebenden Hauche des Lenzes, dersonnedurchglühten Sommerzeit, dem früchtetragcnden Herbst unddem eisigen Winterstnrm, den berauschenden Freuden der Jugendund den bitteren Leiden des Alters gewidmet sind. Freilich istes oft äußerst schwer, zu unterscheiden, ob ein Ghazel in seinemwirklichen Sinne zu fassen oder allegorisch zu deuten ist, ob sichdie Liebe, die es mit aller Gluth der Leidenschaft besingt, ansein Wesen von Fleisch und Blut, oder nach ynfischer Weise aufdie Gottheit bezieht. Orientalische Kunstrichter neigen fast immer
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