Druckschrift 
Die mystische, didaktische und lyrische Poesie und das spätere Schriftthum der Perser
Entstehung
Seite
36
Einzelbild herunterladen
 

36

baren Liedern, und den alten Ghazelen oder Gesängen ausdes Dichters Jugendzeit; 7. die ^Lhibijjah und Muqatta"ät,eine Art Fürstenspiegel in kurzen Sprüchen und Sinngedichten,die zusammen mit einer, in der jetzigen Anordnung der Ge-sammtwerke Sa"d!s von diesen getrennten ProsaabhandlungRath an die Könige" zu Nutz und Frommen des tzächib-diwün oder ersten Ministers des Mongolenherrschers Hulügn,Schanis-uddin Dschuwaini, verfaßt waren; und 8. dieRubLAjjLt und MufradLt oder Vierzeilen und Zweizeilen.

Fehlt nun auch diesen kleineren Dichtungen Sandls derhinreißende Zauber der Oden DschalLl-uddins, sind sie auchzu sehr mit ethischen Nutzanwendungen durchsetzt, um als reineLyrik gelten zu können, so entbehren sie doch keineswegs jenerfeierlichen Würde des Vortrags und jener zum Herzen sprechendenGemüthstiefe, wie sie nur wahrhaft großen Dichtern eigen sind.Wie in den beiden Hauptwerken Sa"dis, so bekunden sich auchin ihnen ein hohes, gläubiges Gottvertrauen und eine ansinnerster Seele strömende Frömmigkeit, eine willenlose Hingabean den unabänderlichen Rathschluß Gottes und eine Verherr-lichung seiner Größe und Allmacht, vor allem seines Waltensin der Natur, wenn diese ins Frühlingsgewand sich kleidet.Beständigkeit und Treue, Demuth, Gerechtigkeit, Wohlthun, Frei-gebigkeit, unbeugsame Wahrheitsliebe, echter Mannesstvlz undein mit echter Herzensgüte gepaartes treffliches Handeln gegen-über todter Werkheiligkeit werden fort und fort gepriesen, undallen Ständen und Berufsklaffeu goldene Worte der Weisheit,Lehre und Ermahnung zugernfen. Als Mystiker gehört Sa"dieiner sehr gemäßigten Richtung an und verwerthet, vielleicht dasKapitel über dieLiebe" im Büstün und ein paar Qayidenausgenommen, die yüfischen Lehren nur insoweit, als sie denMenschen zu allem Guten, Wahren und Schönen anzuspornengeeignet sind. Von der völligen Gleichheit des Guten und

( 178 )