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Sklaverei befreit, dafür aber in ein anderes nicht minder hartesSklavenjoch gespannt, nämlich in die unfreiwillige Ehe mit derzanksüchtigen Tochter dieses Freundes, der er nur durch eineschleunig geplante neue Reise zu entrinnen vermochte. Er lenkteseine Schritte zunächst nach Nordafrika, durchzog dann Klein-asien in seiner ganzen Länge und Breite und kehrte erst, alsmehr denn siebzigjähriger Greis, um 1255 (A. H. 653) in seineunter der weisen Herrschaft des Atabegs Abnbakr binSa"d, des Sohnes seines ehemaligen Gönners, wieder zublühendem Wohlstand gelangte Vaterstadt Schiraz zurück. Hierschlug er seinen Wohnsitz in einer kleinen Zelle außerhalb derStadt, inmitten blühender Gärten, auf und widmete die letztenDecennien seines Lebens, seine eigentlichen Meisterjahre von1255 bis 1291 (A. H. 653 bis 690) — er starb im Altervon 110 Mondjahren —- einer ausgiebigen, mit religiösen Be-trachtungen gepaarten dichterischen Thätigkeit, die nur zuweilendurch eine Pilgerfahrt nach Mecka unterbrochen wurde. Dieersten und zugleich bedeutsamsten Früchte seiner poetischen Mußein Schiraz, in denen die reichen Erfahrungen seiner dreißig-jährigen Wanderungen und seine im Verkehr mit Leuten allerStände und aller Nationen gereiste Menschenkenntniß zur vollstenGeltung kamen, waren die zwei didaktischen Meisterwerke, denener vor allen seinen unsterblichen Ruhm verdankt, der BnstLnoder Frnchtgarten (1257) und der Gulistan oder Rosengarten(1258), beide dem Atabeg Abnbakr gewidmet und in derkurzen Frist von drei Jahren vollendet. Elfterer, der auch denTitel Sa^dinüma führt, ist ein Mathnawi in zehn Gesängen,das sich über die höchsten Fragen der Ethik und Theosophieverbreitet und wie die meisten Werke Saudis in vielen Stellenvon echt christlichem Geiste durchweht ist. Gerechtigkeit, Wohl-thun, Liebe, Demuth, Gottergebenheit, Genügsamkeit, Geistes-bildung, Dankbarkeit, Rene und ähnliche Leitgedanken sind die
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