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I Dann erst, wenn des Athmens ledig, du beginnst die Wanderschaft,
W Schaust du die Mysterien Gottes frei von jcders Schleiers Haft.
Nicht, von wannen du gekommen, weißt du — sei drum frohgelaunt;Nicht, wohin du gehn wirst, weißt du — schlürfe drum den Rebensaft!
Pfeilschnell, wie der Sturm dnrch's Blachfeld, pfeilschnell, wie im Strom
die Wogen,
Ist der Lebenslage einer wieder mir dahingezogen.
I Aber um zwei Tage dennoch Hab' ich nie des Grams gepflogen,
Um den Tag, der fern noch weilet, und um den, der schon verflogen.
Weil du viel gesündigt, Dmar, giebst du solchem Leid dich hin?Immerdar am Grame zehren, bringt dir das wohl je Gewinn?
Wer sich nie der Sünd' beflissen, dem wird Gnade nie zu theil,
Gnade folgt allein der Sünde, hat dein Grämen also Sinn?
Wein — der flüssige Rubin ist's, und der Humpen ist sein Schacht,
Körper ist des Bechers Höhlung, drin sein Saft als Seele wacht;
Und das Glas dort, das krystall'ne, das vom Trünke rosig lacht,
Eine Thräne ist's, drin Herzblut nicderträufelt heimlich sacht!
Während so die mystische Poesie ihren Triumphzug durchdie persische Literatur anzutreten begonnen, war auch ihreSchwester, die Lehrdichtung, in ihrer Entwickelung keineswegszurückgeblieben. Noch zu Firdausis Lebzeiten ward der Manngeboren, der berufen war, seinem Volke die beiden ersten ethisch-didaktischen Mathnawls zu schenken, NLyir bin Chusrau, einso merkwürdiger und eigenartiger Charakter, wie er selbst indem an Seltsamkeiten reichen Morgenlande zu den außergewöhn-lichen Erscheinungen gehört. Erst in der allerneuesten Zeit istes europäischer Forschung gelungen, aus dem Wust legenden-haften Wnnderkrams, mit dem die orientalischen Biographen diePerson dieses Dichters umgeben, ein einigermaßen klares Bildseines an Wechselfällen reichen Lebens und seiner religiös-philosophischen Anschauungen zu entwickeln. Er war in Qnbä-dijän bei Balch in ChorLsLn 1004 (A. H. 394) geboren und
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