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Die mystische, didaktische und lyrische Poesie und das spätere Schriftthum der Perser
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daher oft als den Voltaire des Morgenlandes bezeichnet, undsoweit es sich um glänzende Sprache, bestechenden Witz, beißendeIronie und ein warmes Mitgefühl mit der ganzen leidendenMenschheit handelt, ist der Vergleich auch wirklich zutreffend,weiter aber nicht. Voltaire hat nichts geschrieben, was sich mitDmar's glühenden Rapsodien zum Preis des Weins, derLiebe und des Vollgenuffes irdischer Freuden, oder mit seinentiefinnersten Herzensergüssen messen kann, in denen sich Zartheitdes Gefühls mit sinniger Gedankenanmuth und kerniger LebensWeisheit paart. Ein paar Epigramme, die vorwiegend den beidenletztgenannten Gattungen angehören, mögen hier ihre Stellefinden.

Nicht das Morgen ist's, das hülfrcich deinem Heute Glück bcscheert,Durch das Grübeln um das Morgen wird die Galle nur genährt;Laß nicht unbenutzt das Heute, ist dein Herz nicht ganz verkehrt,

Denn was sonst noch bleibt vom Leben ist nicht einen Heller werth.

Weh' dem Herzen, doppelt wehe, das in Flammen nie entbrannt,

Nie der Herz-Entzünd'rin Liebe heiße Leidenschaft empfand;

So verloren ist kein Tag wohl, als der eine letzte dir.

Da du scheiden mußt von hinnen und nicht fühlst der Liebe Hand.

Ach, wie schön, wenn Neujahrslüfte* Rosen wchn um's Angesicht,

Ach, wie schön, wenn süße Wangen des Jasmines Blüth' umflicht!

Doch gefallen will mir's nimmer, sprichst du von Vergangnem mir,Fröhlich sei und laß das Gestern strahlt das Heut doch hell und licht!

Znm Beginn gleich wollt' ergründen, strebend über Himmel fort,

Tafel, Schreibrohr,** Paradies ich und der Hölle Marterort.

Da mit wohlverständ'gcm Sinne sprach mein Meister dieses Wort:

Rohr und Tafel, Hüll und Eden sie sind in dir, such' sie dortl

* Das persische Neujahr fällt bekanntlich auf die Frühlings - Tag- und Nachtgleiche.** Die wohlbewahrte Tafel, aus der Gott mit dem Schreibrohr vor Anbeginn derWelt alle Geschicke niedergeschrieben.

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