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Algebra, Kubikwurzeln und schwierige Stellen im Euklid in dieReihe der bedeutendsten morgenländischen Gelehrten aller Zeiten.Sultan Dschaläl-nddin Malikschäch berief ihn 1074 (A.H. 467)an seinen Hof nach Marw, um mit seiner Hülfe zwei lang-gehegte Lieblingspläne zur Ausführung zu bringen, eine Neu-bearbeitung der astronomischen Tabellen und eine durchgreifendeKalenderreform. "Omar bewährte sich auch hier als Meister;
, beide Arbeiten gediehen zu günstigem Abschluß und erhieltenihre höchste Weihe durch die Einführung einer neuen Zeitrechnung,der sogenannten DschalLli-Acra, die mit dem 15. März 1079(A. H. 471) ihren Anfang nahm. Inmitten all dieser auf-reibenden wissenschaftlichen Thätigkeit fand "Omar noch Mußegenug, auch dem poetischen Genius, der in ihm wohnte, vollauf
' genüge zu thun und sich in kurzer Frist einen Dichterruhm zuerringen, vor dem selbst sein Gelehrtenruf in den Hintergrundtreten mußte. Etwa 500 Ruba"is sind es, in denen er denganzen aufgehäuften Schatz seiner Welt- und Menschenkenntnis^niedergelegt hat, und wenn auch einzelne darunter von echtyüfischem Geiste durchweht sind, so tragen doch bei weitem diemeisten — und diese sind auch zugleich die künstlerisch vollen-detsten — ein völlig verschiedenes Gepräge zur Schau. Mankann sie mit Recht das Andachtsbuch eines radikalen Freigeistesnennen, denn wie sie auf der einen Seite mit den scharfenWaffen der Satire gegen die engherzige Frömmelei und denfanatischen Eifer der "Ulamas oder orthodoxen Theologen desIslams zu Felde ziehen, so überschütten sie auf der anderenSeite mit der Lauge schadenfrohen Spottes auch den schein-heiligen oder vor Verzückung außer sich gerathenen Mystiker,nnd das ganze sprachliche Rüstzeug des tzüfi dient dem genialen"Omar, gerade so wie dem drei Jahrhunderte später blühendenHäfiz, nur dazu, den tzüfismus selbst, besonders in seinenkrankhaften Auswüchsen, lächerlich zu machen. Man hat ihn
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