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Die mystische, didaktische und lyrische Poesie und das spätere Schriftthum der Perser
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indische Theosophie nach Persien verpflanzt hat, ist vorläufignoch eine offene Frage, so wenig auch die Thatsachc selbst an-gezweifelt werden kann. Denn daß diese, und nicht etwa derBuddhismus, trotz seiner großen Ausbreitung über die östlichenTheile des altirLnischen Reichs, besonders über ChorLsun undTransoxauia, den Hauptantheil an der ursprünglichen Gestaltungder yüfischen Lehre gehabt, geht klar daraus hervor, daß derWaller auf dem mystischen Wege zu Gott als erste Station diesogenannte ScharUah zu passireu, d. h. alle vom Islamvorgeschriebenen Riten und Ceremonien regelrecht zu erfüllen hat,ehe er zur höheren Gnosis, zur Tarigah (der Methode),Ma^rifah (der Erkenntniß) und Haqiqah (der Gewißheit) ge-langen kann. Gerade so muß der VedLntaschüler zunächst denGeboten und Ritualpflichten des äußerlichen Brahmanenthumsgerecht werden, während im Buddhismus diese Vorbereitungs-stufe als ein völlig nutzloses Ding einfach bei Seite geworfenist. Daß sich im späteren Sufismus eine ähnliche Wandlungvollzogen, und die persischen Mystiker, gleich den Buddhisten,die Scharllah mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt undschließlich ganz aufgegeben haben, ist nur ein Beweis mehrfür die Richtigkeit der oben aufgestellten Behauptung. Was derSufismus wirklich und zwar schon auf einer ziemlich frühenEntwickelungsstufe von den Buddhisten entlehnt hat, ist die Lehrevom FanL, d. h. von dem völligen Aufhören der sichtbarenExistenz des tzüfi und seinem Aufgehen in der Gottheit, die sichin manchen Einzelheiten mit der vom NirvLna deckt.

Läßt sich nun auch kein bestimmtes Datum dafür angeben,wann der orthodoxe und der häretische (siüfismus sich von ein-ander geschieden, so weisen doch alle Anzeichen darauf hin, daßdie Anfänge des letzteren mit dem Umsichgreifen griechischer,speziell neuplatonischer Philosophie im Orient, also mit der erstenHälfte des dritten Jahrhunderts der Hidschra, zusammenfallen,

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