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philosophischen Vorstellungen, zu platonischen Ideen und zurmetaphysischen Begriffsdichtung führen kann. Diese werden er-zeugt auf Grund desselben geistigen Zuges, nur mit demUnterschiede, daß unser Dichter dabei doch immer mehr in derSinnenwelt verbleibt, während Naturphilosophen, Platoniker undHegelianer doch sehr bald die Anschauung, das sinnlich Greifbareverlassen und nun — während den Dichter jener Zug im Ge-biete des Sinnlichen leitet — vom gleichen Zuge in blosenPhantasien gejagt werden.
Dieselbe Anlage, die somit Goethe auf dichterischem Ge-biete in hohem Maße begünstigte, ein wahrer, naiver Dichterzu sein, verhinderte ihn, meiner Meinung nach, auch als klarer,durchdringender Forscher hervorzutreten.
Einer kann nicht alles sein. Goethe ist der innigste, dergrößte und wahrste unter unseren Dichten. Wenn ich den „Faust"lese oder den „Tasso" oder „Herrmann und Dorothea" oder„Wilhelm Meisters Lehrjahre," dann vergesse ich, wie sehr ichGoethe als Aussteller der Metamorphoseulehre entgegenstehe —und wie ich ihn als solchen bekämpfen muß; darum aber ist,was ich hier gesagt, von mir nicht weniger wahr gemeint und— wie ich glaube — nicht weniger richtig. Lassen wir Goetheseinen vollverdienten Ruhm als Dichter, lieben wir ihn alssolchen (wie er es werth ist); aber sehen wir endlich ein, daßer — wenigstens als Botaniker, wie wir gezeigt haben —eine Leistung geschaffen hat, die, so sehr sie auch gelobt wordenist, doch in der That keinen wissenschaftlichen Werth, ja auchnicht einen rechten wissenschaftlichen Sinn hatl
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