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Goethe - und noch immer kein Ende! : kritische Würdigung der Lehre Goethes von der Metamorphose der Pflanzen
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als sie in den Laubblüttcrn die Assimilationsorgane der Pflanzesucht^ und meint, daß von ihnen der Pflanze das brauchbareBildungsmaterial für fernere Laubblätter und für die Gliederder Blüthe gegeben wird. Es läßt sich über die Einzelheitendieser Erklärung und die Stichhaltigkeit der für ihre Richtigkeitangeführten Gründe streiten, aber es handelt sich dabei nicht umprinzipielle Fragen, bei denen die Definition und die logischeBetrachtung eine Rolle spielen.

Fragen wir uns am Schluffe: ob und wie Goethes Ab'Handlung und die darin ausgesprochene Idee als hervorgehcndaus seinem ganzen sonstigen Wesen betrachtet werden kann!

Wir haben es schon eingangs hervorgehoben, daß Dasjenige,was Goethe als Dichter so besonders auszeichnet, seine naive,aber tiefe und reine Seele ist. In der That ist es das Un-mittelbare, Anschauliche, Sinnliche, was Goethes Dichtungenmit so eigenthümlichem Zauber übergicßt. Da ist nichts vondithyrambischen Ausschweifungen zu finden; die Sprache ist ein-facher, natürlicher als bei manchen Dichtern, in denen die Suchtnach Formenschönheit und eine gewisse Begabung dafür dasGefühl und die geniale Beanlagung, in Natnrlanten zu reden,überwiegt. Das sogenannteGeistvolle", idealistisch Ueber-schwängliche tritt bei Goethe zurück. Dafür herrscht die ausder Tiefe des Gemüthes schöpfende Phantasie vor. Sie istseine Göttin".Welcher Unsterblichen soll der höchste Preissein?" fragt der Dichter selbst.^ Und er antwortet:Mit niemandstreit' ich/o aber ich geb' ihn der ewig beweglichen, immer neuen,seltsamen Tochter Jovis, seinem Schooßkinde, der Phantasie."

. . .Sie mag rosenbekränzt mit dem Lilienstengel Blumen-thäler betreten, Sommervögeln gebieten und leicht nährenden Thaumit Bienenlippen von Blüthen saugen: Oder sie mag mitfliegendem Haar und düsterm Blicke im Winde pausen

(ISS)