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Goethe - und noch immer kein Ende! : kritische Würdigung der Lehre Goethes von der Metamorphose der Pflanzen
Entstehung
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auch Zwischenprodukte entstehen können, denen dann Zwischen-formen (zwischen Lanbblatt, Kelch, Krone, Staubgefäß) ihr Daseinverdanken, ist klar, ohne daß deshalb alle diese Glieder wesentlichdieselben sein müßten. Man würde dann überhaupt alles vonder Pflanze Hervorgebrachte als Eins anzusehen haben; auchBlatt und Stengel wäre dasselbe giebt es doch auch Ueber-günge zwischen diesen beiden in den stengelförmigeu Blattrankenund in den blattartigen Opuntienstengeln und Ruscuszweigen.

Die beiden Kriterien 2 und 3, welche die einzigen sind,auf die Goethe sich stützt, beweisen also gar nichts?? GoethesMetamorphosenlehre ist also von ihrem Begründer ohne faktischeUnterlage aufgestellt worden. Sie ist eine reine Theorie, einebloße Idee desselben, wie Schiller es richtig erkannte.

So bleiben uns denn schließlich noch die beiden Kriterien4 und 5 übrig, auf deren letzteres allein die heutige Morpho-logie Goethescher Richtung sich stützt?^ Beschäftigen wir unsmit diesem Kriterium (5) zuerst!

Die Achsengebilde wachsen überwiegend an der Spitze, dieSeitengebilde hemmen ihr Wachsthum zuerst an der Spitzedies ist die Thatsache, welche erweisen soll, daß alle Seiten-gebilde (wie alle Achsengebilde) unter einen gemeinsamen Begriffgehören, daß sie, wie es auch die heutige Morphologie aus-drückt, dasselbeBlattnatur" besitzende Organ sind.

Nun hat indessen diese Thatsache einmal gar nicht so all-gemeine, unbeschrankte Gültigkeit, wie man früher gemeint hat?"So ist durchweg bei den Farnen und bei manchen gefiedertenDikotylenblättern das Spitzenwachsthum lange thätig, währenddas basale interkalare Wachsthnm bald aufhört?" Besondersdas Verhalten der Farnblätter macht das angeführte Kriteriumin bedenklichem Grade hinfällig. Sodann aber ist dasselbe auund für sich abgesehen von seiner faktischen Richtigkeitnicht derart, als daß man von ihm aus eine begriffliche Unter-

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