26
der Wissenschaft, welche mit Prinzipien oder Tendenzen operirt,hat nur derjenige Theil wissenschaftlichen Werth, der That-sachen darstellt. Von der Spiraltheorie ist nur das nackteGerüst der Thatsachen der Spiralstellungen und der mathe-matischen Formulirung derselben wissenschaftlich; die Erklärungdieser Thatsachen durch die Spiraltendenz, welche in der An-ordnung der Blätter nach dem wahren Werth des unend-lichen Kettenbruchs 1
> I
1-stl
1 - 1-1
1 st -1
1 1
hinstrebt, dessen endliche Näherungswerthe V?, Vg, V5, u. s. w.sind, ist unwissenschaftlich, für ein wissenschaftliches Gebäude werth-los. Schwendeners mechanische Erklärung der Spiralstellnng^ist erst die zu den bezüglichen Thatsachen gehörende wahre wissen-schaftliche Theorie. Demnach wäre auch von Goethes Meta-morphosenlehre der Thatsachenbestand von Werth. Nun aberbringt sie uns keine neuen wesentlichen Thatsachen; und über-haupt bilden die Fakta gar keinen eigentlichen Theil der Lehre(wie bei der Spiraltheorie die sich der Beobachtung darbietendenStellungen der Pflanzenorgane), sondern die ganze Lehre istnichts als eine Behauptung: alle Seitengebilde sind dasselbeArgan, Umbildungen einer gemeinsamen typischen Grundform.Diese Behauptung — so richtig sie in gewisser Ausdehnungjedenfalls im descendenztheoretischenSinne ist: im Sinne Goethesist sie nicht nur nicht richtig, sondern bedeutet überhaupt vonvornherein gar nichts.
Eine einzige Sache, die — in der Lehre enthalten -— noch
( 120 )