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Führen wir zunächst noch andere Aeußerungen Goethesan, die dafür sprechen, daß unser Dichter in der That dastypische Grundorgan als platonische Idee betrachtete, wenngleicher dies nicht ausdrücklich bekennt. In dem erwähnten Abschnitt„Die Absicht (wird) eingeleitet" findet sich noch Folgendes:„ . . . so erblickt man in dem uns einfach erscheinenden Samenschon eine Versammlung von mehreren Einzelnheiten, die maneinander in der Idee gleich und in der Erscheinung ähnlichnennen kann", und ferner: „Daß nun das, was der Idee nachgleich ist, in der Erfahrung entweder als gleich oder als ähnlich,ja sogar als völlig ungleich und unähnlich erscheinen kann . .Dann spricht er in der „Metamorphose der Pflanzen" von derinneren Identität der verschiedenen Pflanzentheile (ßß 60 und67). Deckt sich diese Aeußerung nicht damit: die Pflanzentheilesind gleichsam Materialisationen der gleichen Idee, welche ihnen— wie wir oben sagten — noch immer als innerer Wesenskerninnewohnt? Auch das bereits erwähnte Wort „die geheimeVerwandtschaft der verschiedenen äußeren Pflanzentheile"'^paßt hierzu vollkommen.
Endlich aber können wir für unsere Auffassung von GoethesVorstellung von der Metamorphose noch seine Idee von der„sinnlichen Form einer übersinnlichen Urpflanze" heranziehen. ^Diese soll das eine Muster sein, nach dem alle Pflanzen ge-bildet sind?ö Glaubte er auch anfänglich, daß es diese Urpflanzethatsüchlich geben müßte ,20 so zeigt doch der Ausdruck, „über-sinnliche Urpflanze,^ daß er sie später sich als blose Ideedachte. Eine Idee, ein Muster, als dessen verschiedene wirklicheGestaltungen ihm die Pflanzen erschienen, war sie ihm stets;hatte sie nun auch in voller Reinheit reelle Existenz, dann gabes eben unter allen ihren Gestaltungen auch eine, die sich völligmit der reinen Idee deckte, keine Umbildung derselben, sonderneine Verkörperung ihrer selbst war.
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