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Goethe - und noch immer kein Ende! : kritische Würdigung der Lehre Goethes von der Metamorphose der Pflanzen
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ja hier vor allem die letzteren interessiren. Diese also sind derIdee nach gleich; sie sind ein und dasselbe Organ in der Idee,das heißt aber nicht für die blose Vorstellung des Menschen,sondern in einer in der Pflanze wirksamen Idee, denn er-läuternd wird zu dem WorteIdee" hinzugefügtin der An-lage gleich". Wie ist die Sache zu denken? Die Pflanzelegt an den Stellen, wo nachher die verschiedenen Seitengebildeauftreten, lauter gleiche Glieder (identisch mit dem typischenGrundorgan) an; aber diese durchgängige Gleichheit existirtnicht, sie ist niemals wahrnehmbar, sie. ist eben nur in der An-lage vorhanden, aber auch wieder nicht in der thatsächlichen,wirklichen, körperlichen, sondern in der ideellen, geistigen Anlage;gleichsam nur in der Absicht, in demPlan" der Pflanze istdiese Gleichheit enthalten. (Dieses Wort findet man oft in derheutigen Morphologie, soweit sie sich noch im GoetheschenGeiste bewegt.) Um es noch gröber, aber faßlicher auszudrücken:Die Pflanze sagt sich: ich will an der Achse seitliche GebildeHervorbringen, und zwar sollen dieselben ihrem Begriffe, ihreminneren Wesen nach alle vollkommen gleich sein, aber ich willsie doch in ihrer äußeren Gestalt thatsächlich verschieden ge-stalten. Dies heißt aber nichts weiter, als daß das typischeGrundorgan, das sich zu den Seitengebilden aus- und nm-bildet, vor diesen existirt, aber ohne Realität zu besitzen: alsreine Idee im platonischen Sinne. Indem diese nun sichverwirklicht, in die Erscheinung tritt, nimmt sie verschiedeneGestalten an; aber insofern sie denselben noch immer als innererWesenskern innewohnt, sind sie trotz aller wirklichen Ver-schiedenheit doch als ihrem Wesen nach gleich zu erachten.Kirchhofs istes, der dies bereits vollkommen erkannt hat, wenner sagt:Eine Idee im platonischen Sinne liegt bei Goethe mehrvor als bei Wo l ff."^ Indessen ist er damit einverstanden, währendich gerade hierin das zu Verwerfende der ganzen Lehre sehe.