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wenn wir anschauend oder denkend von einem Laubblatt zueinem Kelchblatt übergehen, eine andere Erscheinung vor unsereleiblichen oder geistigen Augen tritt, gleichsam eine Verwandlungvor uns geschieht. Aber der bildliche Ausdruck wäre etwassehr weit gehend, denn Goethe sagt: „Die Pflanze bildetdas Organ" — und zwar „durch Kräfte um", denn der voll-ständige Satz heißt: „Wir hätten .... auf Aeußerung derKräfte, durch welche die Pflanze ein und ebendasselbeOrgan nach und nach umbildet, unsere Aufmerksamkeit gerichtet."
In der „Wiederholung" am Schlüsse der ganzen Abhandlungfindet sich im ß 120 die Wendung „dieses in so verschiedeneGestalten metamorphosirte Organ". Dieses kann nach demVorhergehenden und im Zusammenhänge mit dem Folgenden,worin wir die Natur des „typischen Grundorgans" besprechenwerden, wohl nicht gedeutet werden als „dieses so verschiedengestaltete" oder „verschieden gestaltige Organ", sondern es heißtnichts anderes als „dieses in so verschiedene Formen umge-bildete Grundorgan".
Hieran läßt sich (gleichsam als nähere Ausführung jenerWendung) der Satz im tz 115 reihen: „Dasselbe Organ,
welches am Stengel als Blatt sich ausdehnt . . ., zieht sich imKelch zusammen, dehnt sich im Blumenblatte wieder aus" u. s. w.
Denselben Sinn zeigt ferner die Stelle im ß 50: „So
entsteht ein Staubwerkzeug, wenn die Organe, die wirbisher als Kronenblätter sich ausbreiten gesehen, wieder ineinem höchst verfeinerten Zustande erscheinen."
Wenn Goethe ferner mehrfach von einer „Verwandtschaft"^oder gar „geheimen Verwandtschaft"^ der verschiedenen äußerenPflanzentheile spricht, so weist dies ebenfalls darauf hin, daßer die verschiedenen Seitengebilde nicht blos wegen gewisserUebereinstimmungen unter einen Begriff znsammenfassen wollte,sondern daß er in allen ein und dasselbe Organ vor sich zu
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