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dem Ausdruck „modifizirtes Blatt" für Staubgefäß u. s. w.uicht habe meinen können: ein Staubfaden sei ein umgewan-deltes Blatt, geht wohl auch aus seiner Auffassung hervor,nach der das typische Grundorgan des Blattes das Laubblattfein sollte. Eine derartige materielle Umwandlung eines Laub-blattes in ein Staubgefäß kann der genaue Beobachter nichthaben behaupten wollen, eben so wenig aber — als realistischerForscher -— eine ideelle Metamorphose.
Aus allem geht — mir wenigstens — hervor, daß seineAnsicht in Kürze diese ist: Durch seitliche Sprossung entstehenam Stengel zunächst die Blätter; wenn — nach seiner Vor-stellung — der Nahrungszufluß kümmerlicher erfolgt, so kanndie Pflanze nicht mehr gleiche Blätter wie vorher produziren,sondern es werden nun infolge der veränderten Säfte dieBlüthentheile gebildet; daß aber dieselben auch als Blätter zubetrachten sind, zeigt ihre anfängliche ähnliche Entwickelung unddas gelegentliche Auftreten gewisser Seitengebilde an Stellevon anderen.'^
Kehren wir nach dieser Erörterung über Wolfs nunmehrzu Goethe zurück!
Was hat Goethe sich unter dem typischen Organ gedacht,das allen Seitengebilden gemeinsam zu Grunde liegt; dessenUmbildungen sie sind; das nicht unter ihnen vorhanden, aberauch kein früherer Entwickelungszustand derselben ist? Kann esnun überhaupt noch etwas Reelles sein? Ist es also nur inder Idee vorhanden?
Das sind Fragen, die für die Metamorphosenlehre und denganzen ans ihr hervorgegangenen morphologischen Zweig derbotanischen Wissenschaft prinzipielle Bedeutung besitzen.
Machen wir, ehe wir an die Beantwortung dieser Fragengehen, es uns noch einmal klar, daß Goethe wirklich die Vor-stellung eines typischen Grundorgans vorgeschwebt hat!
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